November-Ausgabe seit 18. Oktober am Kiosk!

Die Nummer 11/2019 (November) von STRASSENBAHN MAGAZIN ist seit 18. Oktober im Handel erhältlich. Freuen Sie sich auf die spannende Titelgeschichte über 30 Jahre Niederflur-Fahrzeugtechnik bei deutschen Betrieben und viele weitere aktuelle und historische Beiträge aus der Welt der Straßenbahn! Händler in Ihrer Nähe, bei denen Sie das Heft erhalten, finden Sie übrigens unter www.mykiosk.com
 
 

Die schmalsten Elektrischen

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Elektrisch auf 760 mm in Ungarn
Ab 1905 erschloss eine 760-mm-Schmalspurbahn die Theiss-Tiefebene im Osten ­Ungarns zwischen der Provinzhauptstadt Nyiregyháza und Dombrád, Balsa, Sárospatak. In Nyiregyháza verlief die Bahn mitten durch die Stadt, was lag also näher, als die Stadtstrecke zu elektrifizieren, was 1911 geschah.

Die so entstandene elektrische Straßenbahn begann am Hauptbahnhof und führte über den Bessenyei tér bis zum acht Kilometer entfernten Kurort Sóstó. Neben den Dampf- und Dieselzügen verkehrte die Straßenbahn im Durchschnitt alle 30 bis 60 Minuten.

Im Jahre 1949 übernahmen die Ungarischen Staatseisenbahnen die Lokalbahn und führte den Straßenbahnbetrieb zunächst unverändert weiter, ab 1960 nur noch bis zur Stadtmitte. 1969 stellten sie ihn jedoch ganz ein. Die Schmalspurbahn wurde 1980 aus der Stadt herausgenommen und parallel zur Staatsbahn um die Stadt herum geleitet. Seit Dezember 2009 ist sie stillgelegt.

Der Wagenpark der Straßenbahn bestand aus zwei- später auch vierachsigen Triebwagen, die z.T. aus Benzin-VT umgebaut waren. Heute steht Tw 812 als Denkmal im Stadtzentrum.

Etliche Jahre früher hatte es eine ähnliche Straßenbahn in der ungarischen, seit 1920 jedoch zu Rumänien gehörigen Stadt Szátmar Nemeti (Satu Mare) gegeben. Auch hier verkehrte eine Dampf-Schmalspurbahn durch die Innenstadt, die 1900 auf den ersten fünf Kilometern elektrifiziert wurde. Der elektrische Betrieb mit fünf Triebwagen endete bereits 1906.

Im südslawischen Gebiet
Im späteren Jugoslawien (wortwörtlich übersetzt: Südslawien) entstanden zu österreichischer Zeit drei Straßenbahnbetriebe mit 760 mm Spurweite. In der bosnischen Landeshauptstadt Sarajevo wurde der weit außerhalb der Stadt angelegte Bahnhof der Bosnabahn seit 1895 mit einer elektrischen Straßenbahn gleicher Spurweite mit der Innenstadt verbunden, mit sechs Kilometer Länge erreichte sie ihre größte Ausdehnung.

Interessanterweise gab es bis in die 1920er-Jahre einen umfangreichen innerstädtischen Güterverkehr mit zwei Elloks. Vorhanden waren 15 Trieb- und acht Beiwagen. 1960 erfolgten die Stilllegung des Schmalspur- und die Eröffnung des Normalspurbetriebes.

An der Adriaküste
Dubrovnik, die dalmatinische Hafenstadt an der Adria mit ihrer als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannten Altstadt, ist eine der schönsten Städte am Mittelmeer und wird deshalb viel besucht. Seit 1910 fuhr dort eine elektrische Straßenbahn mit zwei Linien: die Bahnhofslinie 1 (Pile – Bhf) und die Hafenlinie 2 (Pile – Hafen).

Zur Eröffnung wurden fünf zweiachsige Triebwagen beschafft, 1912 und 1928 jeweils drei und 1962 letztmals vier, dazu kamen ab 1910 zehn Beiwagen, meist offene Sommer-Bw, die vor allem bei Touristen sehr beliebt waren. Die Straßenbahn war immer frequentiert, aber ein schwerer Unfall führte zum abrupten Ende im Jahre 1970. Verschiedene Wagen haben z.B. im Technischen Museum Zagreb sowie im Historama Ferlach in Kärnten bis heute überlebt.

Eine weitgehend unbekannte Straßenbahn verkehrte ab 1912 in der Hafenstadt Piran (Istrien) im heutigen Slowenien. Die fünf Kilometer lange Bahn verband die beiden Stadtteile Piran und Portoroz und endete am Bahnhof der Schmalspurbahn Triest – Porec (Parenzo). Nach deren Stilllegung 1935 fuhr die Straßenbahn noch 18 Jahre weiter bis 1953.

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