Modernisierte Tatras mit Niederfluranteil

Niederflurwagen in Tschechien, Teil 2. Neben den Neubaufahrzeugen werden in letzter Zeit zunehmend alte Tatra-Triebwagen in Niederflur- wagen umgebaut, manch Umbau stellt aber ­einen Neubau dar.

Beschränkte Finanzmittel der tschechischen Straßenbahnbetriebe führten zu Beginn der 1990er-Jahre allerorts zu Wagenpark-Modernisierungsprogrammen, die sehr unterschiedlich ausfielen. Die Palette reicht von einer äußerlich kaum erkennbaren Erneuerung der elektrischen Ausrüstung, Ausstattung mit neuer Inneneinrichtung, Außenschwenktüren und Matrixanzeigen hin zu neuen Wagenkästen und neuen Drehgestellen. Zum Teil entstanden komplett neue Triebwagen als Ersatzbau für ausgemusterte Wagen, doch auch diese gelten offiziell als Modernisierung. Die Typenbezeichnung der teils in eigener Werkstätte modernisierten Fahrzeuge wird in der Regel um einzelne Buchstaben erweitert, die den Modernisierungsschritt kennzeichnen. So entstand eine große Vielfalt an modernisierten Tatras.

Parallel zur Beschaffung neuer Niederflurwagen ging man nach der Jahrtausendwende auch daran, vorhandene Fahrzeuge mit einem Niederflurbereich zu versehen und so den Niederflurkomfort breiter einzuführen. 1998/99 lieferte CKD Tatra sieben neue KT8D5N (Nr. 1729–1735) an die DPMB in Brünn, die erstmals mit einem Niederflurmittelteil ausgestattet waren.
Diese Bauart hatte Vorbildwirkung: Im Rahmen einer Hauptrevision ersetzen die Verkehrsbetriebe in Brünn (22 Fahrzeuge), Ostrava (16), Pilsen (12) und Prag die Mittelteile ihrer Triebwagen vom Typ KT8D5 durch ein Niederflurmittelteil vom Hersteller Konsortium Aliance TW bzw. Pars Nova. Die neue Bezeichnung der Fahrzeuge lautet KT8D5RN2.

Umbau in eigener Werkstatt
Die Prager Verkehrsbetriebe führen mittlerweile die umfangreichen Umbauarbeiten an ihren 47 KT8D5 in der eigenen Hauptwerkstatt durch, dabei erhalten die nunmehr als KT8D5.RN2P bezeichneten Triebwagen neben einem Niederflurmittelteil neue Außen- und Innenanzeigen, neue Bestuhlung, Einholmstromabnehmer, verblendete Drehgestelle und Kupplungen, neue TV Progress Steuerungen von Cegelec und einen neu gestalteten Fahrerplatz. Die DPO in Ostrava baute ihre Zweirichtungstriebwagen außerdem in Einrichtungswagen der Type KT8D5.RN1 um.
Zwischen 2002 und 2006 rekonstruierte die Eisenbahnreparaturwerkstätte Pars nova zwei Triebwagen vom Typ K2 für Brünn und erweiterte diese mit einem Niederflurmittelteil zu achtachsigen Triebwagen des neuen Typs K3R-N (28,65 Meter Länge), denen zwei Neubauten folgten. Versehen mit neuen Stirnfronten sind die Triebwagen kaum wiederzuerkennen. 2006/07 entstanden aus jeweils zwei T3-Triebwagen vier zu K3R-NT umgebaute Triebwagen für die PmdP Pilsen, die jedoch das herkömmliche Aussehen behielten.

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