Mit Aluhülle durch ­Düsseldorf

Vor 25 Jahren kam der erste B80 D Alu zur Rheinbahn. Trotz vieler Bedenken haben sich die Fahrzeuge seither im Einsatz bewährt. Sie blieben allerdings die einzigen B-Wagen mit Aluminiumhülle.

Bei 1967 legte das Land Nordrhein-Westfalen einen Generalverkehrsplan vor, der u. a. eine Städte verbindendeStadtbahn für dieRuhrgebietsstädte vorsah. Im Dezember 1968 fasste Düsseldorfer Stadtrat den Beschluss zum Bau einer Unterpflaster-Straßenbahn.Zur selben Zeit begannen aber im Ruhrgebiet die konkreten Planungen für ein »Stadtbahnnetz Ruhr«.

1969 wurde zwecks Planung und Bündelung aller diesbezüglichen Aktivitäten die »Stadtbahngesellschaft Ruhr« gegründet. Im Raum Köln/Bonn hatten zu diesem Zeitpunkt bereits Baumaßnahmen für eine Stadtbahn begonnen, die im Innenstadtbereich als U-Bahn geplant war. Düsseldorf, das bereits seit Jahrzehnten Städte verbindende Linien nach Duisburg, Krefeld und Ratingen betrieb, trat 1972 der »Stadtbahngesellschaft Ruhr« bei, die sich nun »Stadtbahngesellschaft Rhein-Ruhr« nannte.

In Düsseldorf begannen die Bauarbeiten an der Stadtbahn am 24. März 1973 mit dem feierlichen ersten Rammschlag am UBahnhof »Klever Straße« der Nordstrecke Heinrich-Heine-Allee nach Duisburg. Da 1973 auch in anderen Städten des Rhein-Ruhr-Raumes die Planungen und Bauarbeiten für das Stadtbahnnetz in vollem Gange waren, und an mehreren Stellen zugleich mit dem Bau der Anlagen begonnen wurde, musste das Verkehrsministerium NRW als Zuschussgeber darauf bedacht sein, dass die gesamte Ausrüstung der Betriebsanlagen einheitlich ausgeführt wurde. Um die Steuerung und die Bauüberwachung nicht den einzelnen Verkehrsbetrieben zu überlassen, wurden Stadtbahn-Betriebsführungsgesellschaften (SBG) für den Raum Essen/Mülheim, Bochum/Gelsenkirchen und Düsseldorf/Duisburg gegründet.

B statt A: Stadtbahnwagen »Kölner Bauart«

Da ein großes Städte verbindendes Stadtbahnnetz nur in langen Zeiträumen realisiert werden konnte, musste man bereits für den so genannten »Stadtbahnvorlaufbetrieb « Fahrzeuge bereitstellen, die sowohl erste Tunnelabschnitte als auch Oberflächenstrecken bedienen konnten. Köln hatte bereits 1963 mit Planung und Bau der Stadtbahnstrecken begonnen und demzufolge auch bereits mit dem Land NRW ein Fahrzeugkonzept abgestimmt. Der vom Land NRW und den Ruhrgebietsstädten favorisierte »A-Wagen« war aber in Köln aufgrund der fortgeschrittenen Baumaßnahmen nicht einsetzbar.

Den »A-Wagen« hatte eine Arbeitsgemeinschaft aus den Firmen DÜWAG (heute Siemens) und Linke-Hoffmann-Busch (heute Alstom LHB) in Zusammenarbeit mit führenden Elektrofirmen entwickelt. Er war als kurz gekuppelte Doppeltriebwageneinheit für Stromschienenbetrieb konzipiert, also für einen U-Bahn-Betrieb mit kreuzungsfreien Oberflächenstrecken. So wurde der A-Wagen aber nie gebaut. Seit 1970 entwickelte ein Firmenkonsortium aus der DÜWAG, Kiepe und Siemens in enger Zusammenarbeit mit den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) den StadtbahnwagenTyp B, Kölner Bauart, später kurz »B-Wagen« genannt. Es ist der hinlänglich bekannte sechsachsige Gelenkwagen von 28 Meter Länge (ü.K.), 2,65 Meter Breite, mit einer Beförderungskapazität von 183 Personen (72 Sitz-/111 Stehplätze.), der in unterschiedlichen Varianten der klassischen Zweirichtungsversion an Rhein und Ruhr eingesetzt wird.

Der B100 für Köln/Bonn ....

Die Fußbodenhöhe beträgt 1.000 mm über Schienenoberkante mit Klapp-Schwenk-Stufen 363/337/300 mm Höhe (Köln). Die Antriebsleistung von 2 x 235 kW ist für die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h bei einer Bremsverzögerung von 1,3 m/s² (Zwangsbremse) ausgelegt. Der kleinste befahrbare Bogenradius beträgt 25 Meter. Im März 1973 wurden die ersten Prototypfahrzeuge (Nr. 2001 u. 2002) nach Köln und (Nr. 7351) nach Bonn geliefert. Die Versuchs- und Abnahmefahrten wurden auch von den anderen Städten an Rhein und Ruhr sehr aufmerksam verfolgt.

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