Dem Untergang entkommen

Modern, aber traditionsbewusst, auf einem Rumpfnetz, aber mit Ausbauperspektiven – so präsentiert sich die Noris-Tram heute. Dabei galt die „Straßaboh“ als Auslaufmodell, ehe 1994 die Weichen für einen langfristigen Erhalt gestellt wurden
Durch den U-Bahnbau in Nürnberg schrumpfte das einst ausgedehnte Straßenbahnnetz der Stadt seit den 1970er-Jahren kontinuierlich und sollte nach den damaligen Vorstellungen mittelfristig komplett aufgegeben werden – siehe Doppelseite zur Geschichte. Erst 20 Jahre später begann das verkehrspolitische Umdenken auch in der Lokalpolitik:

Nach langen Diskussionen kam am 12. Oktober 1994 durch die damalige Stadtratsmehrheit aus SPD und Grünen ein Beschluss zustande, der den Erhalt der „Straßaboh“ (wie sie von Einheimischen genannt wird) bestätigte und auch Netzerweiterungen vorsah. Doch was hat sich seitdem getan – und was ist für die Zukunft geplant?

Streckenstilllegungen auch nach 1994 
Nach dem Beschluss vom Herbst 1994 führten zwei neue U-Bahnabschnitte zwar zu weiteren Straßenbahn-Stilllegungen, doch sind seitdem auch mehrere – wenn auch geringe – Streckenerweiterungen dazu gekommen. Zunächst ein Blick auf die Einstellungen: Der Verlängerung der U-Bahnlinie 2 zum Flughafen fiel am 27. Januar 1996 die Straßenbahn von der Senefelderstraße (Betriebshof Nordost) nach Ziegelstein zum Opfer.

Zwischen Rennweg und Senefelderstraße endete der Linienverkehr – es verblieben nur Aus- und Einrückfahrten. Als die VAG Nürnberg am 28. Februar 2001 den Betriebshof Nordost schloss, war zudem der Abschnitt von der Stadtparkschleife bis zur Senefelderstraße überflüssig geworden.

Im Februar 2004 legte die VAG den schon lange nur noch als Betriebsstrecke dienenden Abschnitt Friedrich-Ebert-Platz – Brückenstraße durch den Kirchenweg still und am 1. April folgte die Betriebsstrecke Westfriedhof – Betriebshof Maximilianstraße. Dieser war ja durch die neue Betriebswerkstatt Süd überflüssig geworden.

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