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Unsere Frage des Monats aus Heft 08/15

Wirklich sicher?

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So tragisch der Unfall mit dem jungen Mann auch ist, so muss man leider sagen, dass sich viele Mitmenschen doch oft unmöglich verhalten. Ich wohne in Hamburg, einige Stationen der U-Bahn haben Seitenbahnsteige. Wenn dann jemand auf der falschen Seite ist, habe ich schon selbst erlebt, dass über die Gleise gelaufen wird, nur um ja nicht einen kleinen Umweg durch Unterführungen machen zu müssen. Entweder sind die Leute dumm, unwissend oder auch leichtsinnig. Soweit ich mich erinnern kann, war vor Jahren in Mannheim schon einmal ein ähnlicher Unfall. Allerdings würde ich befürworten, wenn zwischen den Kupplungen Gitter angebracht würden. Die müssen dann aber sehr hoch sein, sonst werden die auch noch überstiegen. Dazu kommt ja auch noch, dass praktisch nirgendwo noch Personal vorhanden ist. Leider kann man nur sagen."

Manfred S. aus Augsburg schreibt:

Zur Frage des Monats, ob die Zwischenräume bei gekuppelte Straßenbahnen abgesperrt sein sollen, möchte auch ich mich äußern. Ich bin seit 1. Oktober 1985 im Fahrdienst der Augsburger Straßenbahn und mich wundert es heute noch, dass nie etwas passiert ist, als wir in Augsburg noch gekuppelte GT4-Züge aus Stuttgart hatten. Es wäre sonst ganz sicher groß in der Zeitung zu lesen gewesen.

Obwohl man zwischen Trieb- und Beiwagen Warnschilder anbrachte, wurde die Kupplungen häufig von Jugendlichen überstiegen bzw. übersprungen. Eine Sicherung mit Absperrbändern würde nur bei Menschen, die sehbehindert sind, einen Sinn machen, aber so viele Blinde haben wir auch nicht und in Augsburg kenne ich diese Leute nach fast 30 Dienstjahren.

Ich kann auch beobachten, dass Sehbehinderten meistens beim Umsteigen am Königsplatz oder beim Aus- und Einsteigen an anderen Haltestellen von einem Mitarbeiter oder einem Fahrgast geholfen wird."

Klaus K. aus Hamm:

Die erste Verbindung zweier Straßenbahnfahrzeuge war eine einfache Steckverbindung in etwa einen halben Meter Höhe über Schienenoberkante (SO). Später kamen Kabelverbindungen für Licht und Bremsen dazu. Diese waren in etwa in Augenhöhe angeordnet. Ein Überklettern über die Kupplungen war durch die Kabel erschwert. Erst die Einführung automatischer Kupplungen (Schaku und ähnliche) erlaubte das Führen von Stromleitungen durch die Kupplung. Der Raum über den Kupplungen war jetzt frei. Ein unbefugtes Überklettern war jetzt leichter möglich. Mir sind aber keine Vorkommnisse bekannt, wo dies zu Todesfällen geführt hat.

Im Fall des Dortmunder Unglücks handelt es sich meines Erachtens um grobe Fahrlässigkeit. Es sind auch Fälle bekannt, bei denen Fahrgäste zwischen Zug und Bahnsteigkante gerieten. Verhindern lässt sich das nur durch Aufklärung in den Schulen. Auch eine ausführliche Berichterstattung in den Medien kann abschreckend wirken. Scherungen wie in Lodsch sind aufwändig. Auch diese verhindern kein mutwilliges Überklettern."

TEXT: André Marks, FOTOS: Jörn Fries, Frederik Buchleitner

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