November-Ausgabe seit 18. Oktober am Kiosk!

Die Nummer 11/2019 (November) von STRASSENBAHN MAGAZIN ist seit 18. Oktober im Handel erhältlich. Freuen Sie sich auf die spannende Titelgeschichte über 30 Jahre Niederflur-Fahrzeugtechnik bei deutschen Betrieben und viele weitere aktuelle und historische Beiträge aus der Welt der Straßenbahn! Händler in Ihrer Nähe, bei denen Sie das Heft erhalten, finden Sie übrigens unter www.mykiosk.com
 
 

Wien: Gegen den Trend

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Richtung stadtauswärts bevorzugen die Pendler dagegen sehr wohl den Praterstern zum Umsteigen, da die ÖBB-Züge hier noch nicht ausgelastet sind. Weitere – in diesem Fall unfreiwillige – U1-Fahrgäste konnten die Wiener Linien durch die Schaffung eines Umsteigeknotens am Kagraner Platz gewinnen, denn hier enden nun mehrere Autobuslinien, die früher zur Haltestelle Kagran fuhren. Dort ist neben einem riesigen Einkaufs- und Freizeitzentrum (»Donauzentrum«) auch die Verwaltung des Bezirkes Donaustadt situiert und es gibt daher einen beträchtlichen Ziel- und Quellverkehr. Früher konnte das Bezirkszentrum aus mehreren Teilen des Bezirkes mit den nun am Kagraner Platz endenden Autobuslinien umsteigefrei erreicht werden.

Ein Gutteil des Fahrgastanstieges gegenüber der Straßenbahn ist also auf die Verlagerung der Verkehrsströme und neu geschaffene Umsteigezwänge zurückzuführen. Seitens der Stadtplaner wird zwar betont, dass entlang der neuen, 600 Mio. Euro teuren U-Bahn-Achse eine rege Bautätigkeit zu erwarten sein, doch auch nach Realisierung der geplanten Wohn-, Freizeit- und Büroensembles nächst den Stationen Kagraner Platz und Aderklaaer Straße werden die Fahrgastzahlen nicht auf den international für einen wirtschaftlichen Betrieb als notwendig angesehenen Wert von 40.000–50.000 Fahrgästen pro Tag ansteigen. Um einen möglichen Gesichtsverlust hintan zu halten, konnte man sich bislang nicht einmal dazu durchringen, die Betriebskosten durch die Kurzführung jedes zweiten Zuges bis zum Kagraner Platz (hier ist eine Wendeanlage vorhanden) zu senken und so verkehrt in den Spitzenzeiten alle drei Minuten eine »Geister-U-Bahn« bis Leopoldau. 

Für 890 Mio. Euro: Die U2 erstetzt die Tramlinie 21

Seit 10. Mai 2008 in Betrieb ist die Verlängerung der U2 vom Schottenring zum Ernst-Happel-Stadion im Prater und hier dürfte das Missverhältnis zwischen den enormen Baukosten (890 Mio. Euro!) und den Fahrgastzahlen noch krasser ausfallen, als bei der jüngsten U1-Verlängerung. Die U2 ersetzt nämlich zwischen dem Praterstern und dem Stadion die Straßenbahnlinie 21, die maximal in 6-Minuten-Intervallen verkehrte und an Werktagen knapp 10.000 Fahrgäste beförderte. Damit gehörte die nun auf ihrer Gesamtstrecke zwischen Schwedenplatz und Praterkai eingestellte Linie zu den weniger stark frequentierten Straßenbahnlinien Wiens.

Abgesehen davon müssen die Anrainer nun deutlich längere Fußwege in Kauf nehmen, denn in der 1,4 km langen Ausstellungsstraße wurden vier Straßenbahnstationen gegen eine einzige U-Bahn-Station (»Messe–Prater«) ersetzt. Im Bereich Engerthstraße/Wehlistraße erfolgt die Bedienung der ehemaligen Straßenbahnstrecke nun mit mehreren Autobuslinien, die bei U-Bahn-Stationen gebrochen werden und teils empfindlich längere Intervalle als die Straßenbahn aufweisen.

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