November-Ausgabe seit 18. Oktober am Kiosk!

Die Nummer 11/2019 (November) von STRASSENBAHN MAGAZIN ist seit 18. Oktober im Handel erhältlich. Freuen Sie sich auf die spannende Titelgeschichte über 30 Jahre Niederflur-Fahrzeugtechnik bei deutschen Betrieben und viele weitere aktuelle und historische Beiträge aus der Welt der Straßenbahn! Händler in Ihrer Nähe, bei denen Sie das Heft erhalten, finden Sie übrigens unter www.mykiosk.com
 
 

Wieder etwas mehr Grün

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Klar ist bereits, dass es Videoüberwachung und Fahrgastfernsehen in den Fahrzeugen diesmal von Anfang an geben wird. Passend zur üstra-Ideologie wird es weiterhin keinen Fahrausweisverkauf im Fahrzeug geben, lediglich Entwerter. Trotz Klimatisierung und Wohlfühl-Farbkonzepten soll es die »Logen-Sitzplätze« in der Stadtbahn im Übrigen auch künftig ohne Aufpreis geben, verspricht der üstra-Vorstand.

Dass die Endtüren erneut weit vom Fahrzeugende entfernt liegen, ist übrigens der Länge der hannoverschen Hochbahnsteige geschuldet, die für den 100-Meter-Zug nur 93 Meter lang sind und für den 75-Meter-Zug im Regelfall 67 bis 70 Meter messen. Dies führt zu einer ungünstigen, unregelmäßigen Verteilung der Zugänge über die Fahrzeuglänge – zumindest solange man auf 25-Meter-Wagen setzt.

Nicht kompatibel mit den Vorgängern

Der TW3000 wird im Linienbetrieb weder mit TW2000 noch mit TW6000 in einem Zug gemischt verkehren; untereinander kuppelbar sind die unterschiedlichen Baureihen nur zum Abschleppen. Allerdings wäre ein Mischbetrieb auch schwer vorstellbar, wird der TW3000 doch komplett ohne Einstiegsmöglichkeit vom Tiefbahnsteig gebaut. Für die üstra kein Problem, wird es doch bis zum Eintreffen der Fahrzeuge erste Strecken geben, an denen kein Tiefbahnsteig mehr zu finden ist (siehe Kasten in der Heftausgabe).

Wie im Falle von Bauarbeiten verfahren wird, ist noch unklar. Bei Fahrzeugstörungen sollen Fahrgäste aber bis zum Erreichen des nächsten Bahnsteiges im Wagen bleiben. Auf die Journalistenfrage nach immerhin vorstellbaren Unfällen oder Streckenblockaden und Rollstuhlfahrern an Bord lautete die Auskunft, dass die Betroffenen dann eben in den offenen Türen auf den Boden gesetzt und von außen entgegengenommen werden müssten. Inwieweit dies praktikabel ist, werden Reaktionen nach dem unweigerlich irgendwann eintretenden ersten derartigen Fall zeigen. Auch nicht jeder andere Fahrgast wird im Störungsfall einfach so aus der Bahn hopsen können. Vielleicht konnten die Bewerber in der Ausschreibung hierfür alternative, einfache Lösungen vorschlagen.

Ein-, zwei-, drei- und ­vierteilig

Ab 2012 wird die üstra mit dem TW3000 einen Wagentyp einsetzen, für den wiederum eigene Beschränkungen auf bestimmte Linien gelten. Setzt dem TW2000 noch für viele Jahre die Fahrzeugbreite Grenzen, so ist es beim TW3000 zusätzlich das Einstiegsniveau. Universell einsetzbar sind nach wie vor nur die zur Ablösung anstehenden TW6000 – allerdings können diese nur als Doppelzug fahren, für einen Dreiwagenzug sind sie zu lang. Solche können heute nur aus 2 x TW2500 und 1x TW2000 gebildet werden, denn auch drei einzelne 2000er sind für den gesetzlich maximal zulässigen 75-Meter-Zug etwas zu lang.

Eine Ausnahmeregelung gibt es nur für die Strecke Hauptbahnhof – Messe/Nord, auf der rund 100 Meter lange Vierwagenzüge (2 x TW2500 + 2 x TW2500 oder 2 x TW2000 + 2 x TW2500) verkehren dürfen. All dies wird auch mit dem TW3000 möglich sein, der somit also als Einzelwagen ebenso fahren wird wie in Doppeltraktion und als Dreiwagenzug sowie auf der ­Messestrecke auch als Vierwagenzug. Unabdingbare TW3000-Voraussetzung aber: Hochbahnsteige an allen Haltestellen. Damit ist klar, dass beispielsweise die inzwischen in größeren Abschnitten grundsanierte Strecke nach Sarstedt sehr wahrscheinlich im Fahrgastbetrieb erst weit nach dem Jahr 2025 überhaupt von den neuen TW3000 befahren werden kann.    

Achim Uhlenhut

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siehe Bildunterschrift
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