November-Ausgabe seit 18. Oktober am Kiosk!

Die Nummer 11/2019 (November) von STRASSENBAHN MAGAZIN ist seit 18. Oktober im Handel erhältlich. Freuen Sie sich auf die spannende Titelgeschichte über 30 Jahre Niederflur-Fahrzeugtechnik bei deutschen Betrieben und viele weitere aktuelle und historische Beiträge aus der Welt der Straßenbahn! Händler in Ihrer Nähe, bei denen Sie das Heft erhalten, finden Sie übrigens unter www.mykiosk.com
 
 

Neues aus Cottbus: Erhalten? Ja, aber wie?

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Gastwagen aus Schöneiche
Die 1,1 Mio. € teure Baumaßnahme wird vom Land Brandenburg zu 75 Prozent bezuschusst und in zwei Bauabschnitten abgewickelt: Zwischen September und November wurde der Gleisbau durchgeführt. Während dieser Zeit konnte die Wendeschleife nicht genutzt werden. Daher endete die Straßenbahnlinie 3 aus Richtung Innenstadt kommend bereits in der Zwischenwendeschleife »Sportforum«.
Von dort aus wurde ein Pendelverkehr in Richtung Madlow eingerichtet. Anders als 2006, als ebenfalls kleinere Baumaßnahmen an der Madlower Strecke durchgeführt ­wurden, kam dieses Jahr jedoch nicht der zweiachsige Gotha-Arbeitswagen 92 zum ­Einsatz, sondern der aus Schöneiche ausgeliehene GT6 44 (ex Heidelberg 226) – die »Lausitzer Rundschau« sprach von einem »historischen Pendelwagen«!
Der Grund für die Anmietung des DÜWAG-Gelenktriebwagens anstelle des Zweiachsers war das teilweise recht hohe Fahrgastaufkommen auf dem Südast der Straßenbahnlinie 3, das die Kapazität des Gotha-Wagens übersteigt. Der Pendelverkehr wurde eingleisig über das stadteinwärtige Gleis abgewickelt. Aufgrund ­ihrer Nähe zur Umsteigestelle »Sportforum/ Hermann-Löns-Straße« wurde die Haltestelle »Südfriedhof« vorübergehend aufgehoben.
Im kommenden Jahr folgt der zweite Bauabschnitt, bei dem unter rollendem Rad der eigentliche Umbau der Haltestelle »Madlow« zum Umsteigeknoten mit den genannten Maßnahmen realisiert wird.

Sanierung und Umbau der Bahnhofstraße
2011 soll außerdem die Straßenbahnstrecke in der Bahnhofstraße saniert werden. Dabei soll die Zahl der Autofahrspuren von bislang vier bis fünf auf zwei bis drei reduziert werden. Die dritte Spur ist dabei als alternierende Linksabbiegerspur vorgesehen. Die Straßenbahngleise der Linie 3 sollen von der Straßenmitte in die beiden äußeren Fahrspuren verlegt werden. Die Haltestellen »Wilhelm-Külz-Straße« und »August-Bebel-Straße« sollen unter Einbeziehung der Bürgersteige niederflurgerecht ausgebaut werden. Insgesamt soll der Individualverkehr in der Bahnhofstraße durch seine weitgehende Verlagerung auf den »Mittleren Ring« halbiert werden (bislang 31.000 Fahrzeuge pro Tag).

Neues Straßenbahnnetz
Darüber hinaus soll im kommenden Jahr das Straßenbahnnetz umstrukturiert werden: Die Linie 1 soll künftig ab der Haltestelle »Stadtring« anstatt zur Zwischenwendeschleife »Thiemstraße« durch die Vetschauer Straße zur Wendeschleife ­»Jessener Straße« (bislang Linie 2) geführt ­werden. Der Fahrplan wird auf einen 15-­Minuten-Takt verdichtet (bisher 20-Minuten-Takt). Demgegenüber wird das Fahrtenintervall der Linie 4 von 10 auf 15 Minuten gestreckt. Auf dem Neu-Schmellwitzer Ast ist diese Angebotsausdünnung durch den Einwohnerschwund gerechtfertigt. In Richtung Sachsendorf wird die Linie 4 künftig durch die Linie 2 verstärkt. Durch die Überlagerung dieser beiden jeweils im 15-Minuten-Takt verkehrenden Linien fährt dann alle 7-8 Minuten eine Straßenbahn in den Cottbuser Südwesten. Im Bereich Sachsendorf wird es außerdem Anpassung im Busnetz geben, wodurch Parallelverkehre zur Straßenbahn abgebaut werden sollen. Insgesamt sollen durch das neue ÖPNV-Netz, bei dem die Linie 3 unverändert von Sandow über die Bahnhofstraße nach Madlow verkehrt, – wie von der Stadtspitze gefordert – Betriebskosten in Höhe von    500.000 € eingespart werden. Noch einmal derselbe Betrag soll nach dem Willen der Kommunalpolitiker im Jahre 2012 eingespart werden. Der seit dem 1. Juli amtierende neue Geschäftsführer von Cottbusverkehr, Jörg ­Reinecke, ein bekennender Straßenbahnfreund, der zuvor bei der Rostocker RSAG gearbeitet hatte, will hierüber jedoch noch einmal verhandeln, da die geforderten Einsparungen nur durch Angebotskürzungen zu realisieren wären.

Von Bernhard Martin

Ein Artikel von STRASSENBAHN MAGAZIN 01/11

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