November-Ausgabe seit 18. Oktober am Kiosk!

Die Nummer 11/2019 (November) von STRASSENBAHN MAGAZIN ist seit 18. Oktober im Handel erhältlich. Freuen Sie sich auf die spannende Titelgeschichte über 30 Jahre Niederflur-Fahrzeugtechnik bei deutschen Betrieben und viele weitere aktuelle und historische Beiträge aus der Welt der Straßenbahn! Händler in Ihrer Nähe, bei denen Sie das Heft erhalten, finden Sie übrigens unter www.mykiosk.com
 
 

Mülheim (Ruhr): "Gemeinsam sind wir stark"

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Der aktuelle Wagenpark umfasst derzeit 27 eigene Straßenbahnwagen plus die sechs Oberhau­sener Niederflurwagen 205 bis 210, die von der MVG zusammen mit der STOAG auf der gemeinsamen Linie 112 eingesetzt werden. Hinzu kommen sieben normalspurige Stadtbahnwagen B, die wiederum von der Essener EVAG dispo­niert werden sowie fünf historische Straßenbahnwagen plus einem Beiwagen. Die­se werden re­gelmäßig bei historischen Fahr­ten eingesetzt. Der Wageneinsatz im (werk-)täglichen Betrieb bietet auf allen vier Mülheimer Straßenbahnlinien interessante Einsätze. So bedienen die sechsachsigen ­Niederflur­­wa­gen MGT6D 201 bis 204 gewöhnlich die Linie 112 gemeinsam mit ihren baugleichen Oberhausener Kollegen 205 bis 210. Fallen mehrere Niederflurwagen aus, versucht die MVG meistens, diese wenigstens teilweise durch die mit einem Niederflurmittelteil ergänzten M6-NF zu ersetzen, um den gewohnten Niederflurstandard anbieten zu können. 

Leihwagen aus Essen

Nach diesem Umbauprogramm und der Lieferung der sechsachsigen Niederflur­wagen Nr. 201 bis 204 Mitte der 1990er-Jahre mussten für Mülheim bis heute keine neuen Straßenbahnwagen mehr beschafft werden, zumal die jüngsten M6D auch erst in den 1990er-Jahren geliefert worden waren. Trotzdem kam es zwischenzeitlich zu einem zusätzlichen Wagenbedarf, hervorgerufen durch die Abstellung der letz­ten GT6 Anfang 2002, die zuletzt ge­wöhn­lich nur noch auf der Linie 110 eingesetzt wor­den waren und der verzögerten Um­bau­phase der M6S/D zu dreiteiligen Nie­derflurfahrzeugen. Darum übernahm die MVG einige kostengünstige Gebraucht­fahrzeuge aus dem benachbarten Essen, die gut zum vorhandenen M-Wagen-Park pass­ten. Bereits zuvor waren teilweise bis zu vier Essener M8S regelmäßig in Mül­heim im Leiheinsatz zu finden. 2002 bis 2004 wurden aus der Nachbarstadt drei M8S, nämlich die EVAG 1010 (MVG 268), 1014 (269) und 1020 (270) dauerhaft übernommen und ohne größere technische Anpassungen in Mülheim wieder in Betrieb genommen. Zwei der drei Wagen wurden inzwischen aber wieder abgestellt. Aufgrund des wiederkehrenden Fahrzeugmangels war im Juni 2003 sogar der seit mehr als einem Jahr abgestellte GT6 Nr. 259 noch einmal im Linieneinsatz unter­wegs.

Modernisierung der M8

Auch wenn in den letzten Jahren keine neuen Wagen beschafft wurden, so legte die MVG doch sehr viel Wert darauf, dass der vorhandene Wagenpark auf einem aktu­ellen Stand der Technik sein sollte. Parallel zu dem Umbau der sieben M6-Triebwagen in teilweise niederflurige Fahrzeuge, wurden auch die sechs M8S-Trieb­wagen durchgreifend modernisiert und erhielten anstelle der alten Schützensteu­erung, für die es kaum noch Ersatzteile zu beschaffen gab, eine moderne Chopper-Steuerung, so dass die Wagen noch einige Jahre gute Dienste leisten können. 2006 wurde beschlossen, aus Kostengründen auf die Beschaffung einer wegen der geringen Wagenzahl kostspieligen Klein­serie neuer Stadtbahnwagen zu verzichten und die vorhandenen Stadtbahn­wagen B noch einmal zu modernisieren, u.a. mit neuen Türen, Fahrschaltern und IBIS-Geräten, um eine weitere Nutzung von rund acht Jahren zu ermöglichen. Ab dem gleichen Jahr erhielten bei Bedarf auch die M-Wagen aufgrund fehlender Ersatzteile für die alten Anlagen neue Schluss-/Bremsleuchten in moderner LED-Technik.

Anfang 2007 mussten die vier Niederflurwagen 201 bis 204 aufgrund einer War­nung der Firma Siemens ähnlich wie die baugleichen Oberhausener Triebwagen wegen potentieller Risse im Bereich der Fahrerkabinen abgestellt werden. Als Ersatz lieh sich die MVG erneut zeitweise bis zu vier M8C Triebwagen aus Essen aus. Außerdem wurden als Reserve hinterstellte, eigene M-Wagen zeitweilig wieder in Betrieb genommen. Tatsächlich wurden einige Risse festgestellt und anschließend in der eigenen Werkstatt geschweißt, so dass die betroffenen Fahrzeuge schrittweise wieder in den Betriebsdienst zurückkehren konnten. 

Text: Michael Kochems

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siehe Bildunterschrift
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