November-Ausgabe seit 18. Oktober am Kiosk!

Die Nummer 11/2019 (November) von STRASSENBAHN MAGAZIN ist seit 18. Oktober im Handel erhältlich. Freuen Sie sich auf die spannende Titelgeschichte über 30 Jahre Niederflur-Fahrzeugtechnik bei deutschen Betrieben und viele weitere aktuelle und historische Beiträge aus der Welt der Straßenbahn! Händler in Ihrer Nähe, bei denen Sie das Heft erhalten, finden Sie übrigens unter www.mykiosk.com
 
 

Mirage und Muni-Tram

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Schindler-Waggon in Pratteln (SWP) entwickelte gemeinsam mit den ­Verkehrsbetrieben eine neue 100-%-Nie­derflurstraßenbahn für Zürich. Sie sollten Einzelradantriebe erhalten und zu deren Erprobung »am lebenden Objekt« schien der mit Einzelachsen ausgestattete Berner Gelenkwagen wie geschaffen. Muni wurde daher von SWP übernommen und im Mai 1990 nach Basel transportiert. Bereits im Oktober 1990 gab es Profilmessfahrten auf dem Netz der Basler ­Straßenbahnen und den beiden BLT-Überlandlinien 10 und 11. Dabei sollte herausgefunden werden, ob die außen liegenden Radantriebe Anpassungen z.B. von Bordsteinen notwendig machen würden. Im Jahre 1992 erfolgte dann ein weitergehender Umbau zu einem Versuchsträger für das mittlerweile »Cobra« genannte Niederflursystem.

Als »Munico« durch Zürich

Der Wagen erhielt nun ein neues, niederfluriges und aus Kunststoff gefertigtes Mittelteil, das geplante Laufwerk des Cobra und eine Drehstromausrüstung, die zuvor bereits in einem Tram 2000-Sechsachser in Zürich erprobt worden war. Mitte März 1993 traf der Versuchsträger in Zürich ein. Er erhielt den Namen »Munico« – zusammengesetzt aus Muni und Cobra. Die ­beiden Endwagen wurden mit einem Cobra-Fahrwerk samt ABB-Fahrmotoren versehen, dazwischen saßen Gelenke und ein Mittelteil in Cobra-Ausführung. Das sehr merkwürdig aussehende Gefährt, das gleichzeitig mit entsprechender Beklebung an den Seiten Werbung für »Das Tram der Zukunft« machte, absolvierte zahlreiche Versuchs- und Messfahrten im Netz der Zürcher Straßenbahn, was nun den mittlerweile dritten Kontakt mit Gleisen in dieser Stadt bedeutete. Es erhielt sogar eine neue Betriebsnummer: 3000 im Vorgriff auf die geplante Serien­lieferung, die mit 3001 beginnen sollte. Ab Herbst 1993 legte der Wagen im Dauereinsatz eine größere Kilometerzahl zurück um Aufschlüsse über die Langzeitentwicklung des Fahrverhaltens eines Cobra-Fahrwerks zu gewinnen. Anfang Januar 1994 kehrte der Wagen wieder zum Hersteller in Pratteln zurück. Erneute Probefahrten auf dem BLT-Netz, später auch auf dem Stadtnetz in Basel schlossen sich an. 1995 hatte das Fahrzeug seinen Zweck erfüllt und wurde endgültig abgestellt.

 Axel Reuther

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Fotos: 
siehe Bildunterschrift
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