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Vorbote der Renaissance

Frankreich: 25 Jahre (neue) Straßenbahn Nantes

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Ausbau des Bestandsnetzes
Der weitere Ausbau der Straßenbahn fixiert sich derzeit zunächst einmal auf das Bestandsnetz sowie Maßnahmen der Kapazitätssteigerung im Angesicht der immer weiter wachsenden Fahrgastzahlen. Bis 2014 sollen dafür etwa 150 Millionen Euro investiert werden. Davon plant man die Ursprungsfahrzeuge zu modernisieren, acht zusätzliche Züge zu bestellen, die älteren Strecken zu renovieren sowie die Sicherheit an den Knotenpunkten zu verbessern. So war etwa der nördliche Abschnitt der Linie2 zwecks Grundsanierung in diesem Sommer nicht in Betrieb.
Erst in zweiter Linie stehen dann auch weitere Neubaustrecken für die Straßenbahn auf der Agenda. Planerisch am weitesten gediehen ist dabei eine Querspange im Nordosten der Stadt zwischen den Linien 1 und 2 respektive den beiden Stationen Haluchère und Recteur Schmitt. Damit sollen Wegebeziehungen zwischen den Vororten sowie zum Bahnhof und zur Universität verbessert werden.
Fahrplanmäßig könnte eine derartige Strecke von verlängerten bereits existenten Zwischenkursen der Linien 1 und 2 bedient werden, so dass beide Linien dann jeweils zwei alternative Wege hätten: Linie 1 François Mitterand – Beaujoire und Jamet – École Centrale, Linie 2 Orvault Grand Val – Gare de Pont Rousseau und Haluchère – Hôtel Dieu. Von einer ursprünglich angedachten zeitnahen Vollendung der Querspange ist man allerdings noch weit entfernt. Möglicherweise erfolgt der Einstieg in die Realisierung zunächst auf einer ersten Teilstrecke ausgehend von der Linie 1.
Diskutiert wird daneben seit vielen Jahren die Schaffung einer Linie 5, welche die von Straßenbahn und Busway bislang nur quer passierte Loire-Insel vor der Innenstadt in ihrer gesamten Ausdehnung längs erschließen würde. An beiden Enden der Insel soll dann wiederum auf das stadtseitige nördliche Ufer gewechselt werden, um im Westen bis Gare de Chantenay und im Osten bis zum Hauptbahnhof weiterfahren zu können. Aktuell ist eine mittelfristige Realisierung, wenn überhaupt, eher als Busway wahrscheinlich, endgültige Entscheidungen stehen aber noch aus und auch die Straßenbahnalternative ist noch nicht vollkommen vom Tisch.

Raus in die Region
Das größte Schienenprojekt in Nantes findet damit derzeit nicht im städtischen Netz statt, sondern im regionalen: Kurz vor der Eröffnung steht ein neues Tram-Train-System. 15 Citadis-Dualis von Alstom sollen dabei auf vorhandenen Eisenbahnstrecken für eine verbesserte Vorortbedienung sorgen. Der Terminus Tram-Train ist allerdings insofern missverständlich, dass zwar durchaus leichte Zweisystemstadtbahnfahrzeuge zum Einsatz kommen, ein Übergang auf das städtische Straßenbahnnetz jedoch vorerst nicht geplant ist.
Stattdessen werden die Züge an neuen Kopfgleisen im Hauptbahnhof enden. Geplant sind zunächst zwei Linien. Die erste wird mit gut halbjähriger Verspätung voraussichtlich ab März 2011 entlang der Hauptstrecke nach Saintes zwischen Nantes und Clisson verkehren. Für die zweite wird die jahrzehntelang im Dornröschenschlaf liegende Linie von Nantes nach Châteaubriant für den Personenverkehr reaktiviert.
Wahrscheinlich ab September 2011 soll ein erster Abschnitt bis Nort-sur-Erdre bedient werden, die Gesamtstrecke bis Châteaubriant folgt nach derzeitigem Stand 2013 oder 2014. Übrigens handelt es sich bei dieser Strecke um die im stadtnahen Bereich neben der Straßenbahnlinie 1 verlaufende Eisenbahntrasse. Auf dem parallelen Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und dem zukünftigen großen Knotenpunkt Haluchère sind für den Tram-Train allerdings keine weiteren Halte vorgesehen, so dass im Stadtgebiet eine schnelle überlagerte Expressbedienung zur Linie 1 entsteht.
Etwas kurios wird die Stromversorgung sein: Im Außenbereich wird man mit Wechselstrom fahren, parallel zur Straßenbahn dann gemeinsam gespeist mit Gleichstrom und im Bahnhofsbereich Nantes wiederum mit Wechselstrom. Der Betriebshof für den Tram-Train liegt in Doulon nicht weit entfernt vom Straßenbahn-Betriebshof der Linie 1. Nach dem städtischen steht nun also auch eine Renaissance des regionalen Schienennetzes bevor. 

Von Dr. Christoph Groneck

Ein Artikel aus STRASSENBAHN MAGAZIN 01/11

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Bilder, wenn nicht anders angegeben: C. Groneck
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