November-Ausgabe seit 18. Oktober am Kiosk!

Die Nummer 11/2019 (November) von STRASSENBAHN MAGAZIN ist seit 18. Oktober im Handel erhältlich. Freuen Sie sich auf die spannende Titelgeschichte über 30 Jahre Niederflur-Fahrzeugtechnik bei deutschen Betrieben und viele weitere aktuelle und historische Beiträge aus der Welt der Straßenbahn! Händler in Ihrer Nähe, bei denen Sie das Heft erhalten, finden Sie übrigens unter www.mykiosk.com
 
 
Vorbote der Renaissance

Frankreich: 25 Jahre (neue) Straßenbahn Nantes

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Explosion der Fahrgastzahlen
Ein Langzeitvergleich der Fahrgastzahlen des öffentlichen Nahverkehrs in Nantes ist beeindruckend. Es ist sicherlich nicht übertrieben zu behaupten, dass die Straßenbahn bei vielen Menschen zu einem nachhaltigen Bewusstseinswandel geführt hat. Heute ist Nantes wieder eine Stadt, in der der öffentliche Nahverkehr in der Bevölkerung verankert ist und rege genutzt wird. Dazu einige Zahlen: 1984, im letzten Jahr ohne Straßenbahn, waren 51 Millionen Fahrgäste im damaligen Busnetz unterwegs. Mit der Straßenbahn ging es dann stufenweise aufwärts: 1990, nach Vollendung der Linie 1 im Osten, waren es bereits 71 Millionen Fahrgäste in Bus und Straßenbahn zusammen. Mit der Eröffnung der Linie 2 kletterte diese Zahl 1995 auf 84 Millionen, mit der Fertigstellung der Linie 3 sowie den Verlängerungen der Linien 1 und 2 dann 2006 auf 104 Millionen.
Dies scheint aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange zu sein. Für 2009 vermeldete das Verkehrsunternehmen Semitan einen Wert von 114,5 Millionen Fahrgästen. Etwa 60 Prozent davon nutzen die Straßenbahn: 29 Millionen die Linie 1,
18,7 Millionen die Linie 2 und 18,1 Millionen die Linie 3. Im Busverkehr wurden 48,7 Millionen Fahrgäste gezählt.

Leistungsfähig wie eine ­U-Bahn!
Dieses Verhältnis wird noch bemerkenswerter, wenn man die jährliche Kilometerleistung der Fahrzeuge mit betrachtet: 60 Prozent der Fahrgäste werden von der Straßenbahn mit einem Viertel der Betriebsleistung befördert! Die Straßenbahn bewältigt dabei Verkehrsströme, bei denen der Busverkehr längst seine Kapazitäten überschritten hätte.
Wie leistungsfähig der Nahverkehr in Nantes inzwischen ist, zeigt auch ein Blick auf die täglichen Fahrgastzahlen an einem durchschnittlichen Schultag: Von 477.000 gezählten Fahrten entfallen 265.000 auf die Straßenbahn: 111.700 auf die Linie 1, 79.800 auf die Linie 2 und 73.500 auf die Linie 3. Das sind Werte, die anderswo mit Stadtschnellbahnen erreicht werden – und ein deutlicher Beleg dafür, dass die Straßenbahn in Nantes eben nicht die Neuauflage einer niedlichen Bimmelbahn ist, sondern ein echtes Massenverkehrsmittel.

Busway Linie 4
Mit Vollendung der Südstrecke bis Neustrie hat der Netzausbau erst einmal einen gewissen Abschluss gefunden. Eine lange diskutierte Zweigstrecke nach Südosten in den Bereich Vertou wurde letztendlich verworfen. Dort kam es stattdessen dann zum Bau des so genannten Busway, einer nahezu vollständig über eigene Fahrspuren fahrenden Buslinie, die am 6. November 2006 als Linie 4 eröffnet wurde. Haltestellenausstattung und Fahrplanangebot entsprechen dabei dem von der Straßenbahn gewohnten Standard. Auf dieser Linie wurden 2009 immerhin 6,4 Millionen Nutzer gezählt.
So sehr der Busway als Bussystem mit hoher Kapazität und stadtbahnähnlichem Angebot überzeugen kann, so sehr ist er allerdings netzstrukturell gesehen auch fragwürdig. Für die Straßenbahn gibt es nun langfristig keine Planungsvision zur Entwicklung eines Drei-Achsen-Netzes mehr, sprich von den beiden Nord-Süd-Linien 2 und 3 fehlt einer Linie ein eigenständiger südlicher Endpunkt, was eine gleichmäßige Wagenauslastung erschwert. Da der Busway wiederum das Zentrum nur am Rand erschließt und Umsteigemöglich­keiten nur zur Straßenbahnlinie 1 bietet, ist andererseits die Linie 1 dauerhaft auf betriebsaufwändige Verstärker im Innenstadtbereich angewiesen.

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Fotos: 
Bilder, wenn nicht anders angegeben: C. Groneck
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