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Essen-Mülheims Linie 104: Kaputtgespart?

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Nach einer Überprüfung des Zustandes der Trasse entlang der Flughafenstraße durch einen Belastungstest sei klar geworden, dass sowohl die Gleise als auch das Gleisbett in einem katastrophalen Zustand seien. Der Betriebsleiter zeigte der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) der Bezirksregierung in Düsseldorf deshalb am 30. März an, die alle 20 Minuten verkehrenden Straßenbahnen zwischen der Schleife Hauptfriedhof und dem Flughafen ab dem 2. April durch einen entsprechenden Busverkehr zu ersetzen. Von einer »vorübergehenden« Maßnahme war die Rede.

Der Streckenabschnitt Hauptfriedhof – Flughafen galt seit langem als stilllegungsgefährdet. Da im Einzugsbereich der Strecke kaum Gewerbebetriebe angesiedelt sind und die Straßenbahn hier auch keine dicht besiedelten Wohngebiete erschließt, ist das Fahrgastaufkommen relativ gering. Die MVG spricht von teilweise unter 1.000 Straßenbahnfahrgästen pro Tag – ein Grund, die Infrastruktur in einer derartigen Weise zu vernachlässigen?

Schon seit Monaten durfte die betroffene Strecke auf Abschnitten nur noch mit Geschwindigkeiten von 10 km/h. befahren werden. In der Pressekonferenz wurde betont, man wolle durch die Maßnahme der Betriebseinstellung keineswegs die politische Entscheidung des Mülheimer Stadtrates zur Stilllegung des betroffenen Streckenastes durch die Schaffung von Tatsachen ersetzen. Einen Monat später, am 3. Mai 2012, folgte dann aber tatsächlich eben diese Entscheidung.

Bezirksregierung forderte Wiederinbetriebnahme
Die Reaktion der Bezirksregierung auf die Einstellungsmaßnahme war deutlich: Sie pochte auf die Betriebspflicht der MVG und fordert übereinstimmenden Medienberichten zufolge die umgehende Instandsetzung der Trasse, um einen sicheren Straßenbahnverkehr zu gewährleisten und die Fahrten der Linie 104 wieder bis zur fahrplanmäßigen Endstelle durchführen zu können. Die MVG sollte einen Zeitplan für die Durchführung dieser Maßnahme präsentieren. Auch eine mögliche Anordung der Bezirksregierung zur Wiederherstellung der Betriebssicherheit innerhalb einer bestimmten stünde im Raum.

MVG-Betriebsleiter Wandelenus verwies auf die Stadt Mülheim. Als Aufgabenträger müsse sie die finanziellen Mittel für die Streckensanierung bereitstellen, was sie aber nicht tat. Rund 500.000 bis 600.000 Euro seien nötig, um die Gleise zumindest wieder »befahrbar« zu machen. Eigentlich wären gar 2,3 Mio. Euro in die Gleisanlagen und zusätzlich 1,6 Mio. Euro in die Fahrleitung zu investieren. Für eine komplette Erneuerung mit barrierefreiem Ausbau der Haltestellen war von elf Millionen Euro Investitionskosten die Rede.

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