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Die »Tranvia de Sóller« auf Mallorca

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Eher zweifelhaft ist dagegen die Bedeutung der am 25. April 2007 eröffneten »Metro de Palma«, die eine Verbindung von der Plaça d’Espanya in Palma zur 8,5 Kilometer entfernten UIB (Universitat Illes Baleares) herstellt und größtenteils unterirdisch verläuft. Wegen der Kostenexplosion (mit rund 340 Millionen Euro kostete das System rund 50 Prozent mehr als ursprünglich veranschlagt) und wegen einer zehnmonatigen Betriebsunterbrechung in Folge eines Wassereinbruchs in den Tunnel von 23. September 2007 bis 28. Juli 2008 wird das System als »Millionengrab« eingestuft; ­außerdem lassen die maximal 10.000 Fahrgäste pro Tag, große Intervalle (15 Mi­nuten), kurze Züge (33 Meter lange CAF-­Doppeltriebwagen) und leere Park & Ride-Plätze den Beobachter am Sinn dieser Einrichtung zweifeln. Durchaus großstädtisch und fahrgastfreundlich präsentiert sich dagegen der im Zuge des Metro-Baues entstandene Tunnelbahnhof »Estació Intermodal« unter der Plaça d’Espanya in Palma, der die Endstellen der Metro, der Eisenbahn nach Inca und zahlreicher Buslinien unter einem Dach vereinigt.

Straßenbahnpläne

Geht es nach der amtierenden Bürgermeisterin von Palma, könnte die balearische Hauptstadt schon bald wieder eine Straßenbahn besitzen. Bereits im Frühjahr 2009 wurden konkrete Pläne zum Bau einer elf Kilometer langen Linie von der Placa d’Espanya zum Flughafen Son Sant Joan präsentiert. Die Trasse soll zunächst entlang der Ringstraße (»Avenidas«) zum Meer und dann weiter entlang der Badia de Palma (Bucht von Palma) zum Flughafen führen. Unterwegs ist auch die Bedienung der Badeorte El Molinar, Coll de’n Rabassa und Can Pastilla vorgesehen. Mit dem Bau soll spätestens 2011 begonnen werden, zweieinhalb Jahre später könnte die Eröffnung erfolgen.

Allerdings muss zuvor die Finanzierung des rund 200 Millionen teuren Projektes geklärt werden; kurz, nachdem die Pläne bekannt wurden, gab es auch schon erste Proteste wegen der geplanten Einschränkungen des Individualverkehrs. Da die Trasse der Straßenbahn komplett auf einem eigenen Gleiskörper verlaufen soll, würden vor allem auf den stark frequentierten Avenidas für den ruhenden und fließenden Verkehr Flächen verloren gehen. Man darf gespannt sein, ob sich die Politik gegen die mächtigen Lobbys der Autofahrer und Geschäftsleute durchsetzen kann.

Sehr viel versprechend klingt jedenfalls die prognostizierte Frequenz, denn es wird mit bis zu 14 Millionen Fahrgästen pro Jahr ­gerechnet; zwischen Palma und Can Pastilla sollen daher Intervalle von 7,5 Minuten angeboten werden. Mittelfristig sind auch Verlängerungen nach S’Arenal im ­Osten und Santa ­Ponça im Westen geplant, so dass die Straßenbahn in Zukunft die ­gesamte Bucht von Palma erschließen könnte.

Ein weiteres Straßenbahnprojekt im Norden der Insel wird durch die Ausbaupläne der SFM beflügelt: Es sieht nämlich den Bau einer Verbindung von der künftigen Endstelle der Eisenbahn in Alcudia nach Port de Alcudia und Port de Pollenca vor. Ob den Absichtserklärungen auch Taten folgen, werden die nächsten Jahre zeigen.

Wolfgang Kaiser

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