November-Ausgabe seit 18. Oktober am Kiosk!

Die Nummer 11/2019 (November) von STRASSENBAHN MAGAZIN ist seit 18. Oktober im Handel erhältlich. Freuen Sie sich auf die spannende Titelgeschichte über 30 Jahre Niederflur-Fahrzeugtechnik bei deutschen Betrieben und viele weitere aktuelle und historische Beiträge aus der Welt der Straßenbahn! Händler in Ihrer Nähe, bei denen Sie das Heft erhalten, finden Sie übrigens unter www.mykiosk.com
 
 

Deutsche Gebrauchtwagen in Osteuropa

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Rostock 
Die Rostocker Straßenbahn AG veräußerte 2004 die Beiwagen 901 bis 906 vom Typ B6A2 in die ost-ungarische Stadt Szeged, wo bis dato vier Fahrzeuge motorisiert wurden und mit den Nr. 950 bis 953 als führerstandslose Beitriebwagen verkehren. Weitere Verkäufe tätigte das Unternehmen nicht.

Schwerin
Nachdem 2004 der letzte Linieneinsatz der Tatrawagen in der Landeshauptstadt erfolgt war, fanden die Züge Interessenten in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. 2003/ 2004 gingen 28 Triebwagen nach Dnepropetrovsk (Ukraine), 24 Triebwagen nach Almaty (Kasachstan) und 2005 erhielt die Stadt Tula (Russland) zehn Schweriner Tatras zur Modernisierung des eigenen Wagenparks.

Ferner wurden 1996/98 zwölf Schweriner Tatras nach Woronesch (Russland) veräußert, wo sie noch vor Betriebseinstellung verschrottet wurden. Wladikawkas (Republik Nordkaukasus, Russland) erhielt 1997 dreizehn Triebwagen, von denen noch einige Einheiten im Einsatz stehen. Daugavpils (Lettland) schließlich bekam 2002 zwölf Triebwagen, die nach wie vor verkehren. In der Schwerin selbst verblieb die Einheit 417, 418 mit Bw 359 als Museumszug.

Hannover 
Nach Ende der EXPO2000 stellte die Üstra 75 Stadtbahnwagen aus der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre zum Verkauf. In Den Haag zeigte der Nahverkehrsbetreiber HTM Interesse und erwarb zunächst für die ­zwischen 2001 und 2008 betriebene, nur knapp zwei Kilometer lange S-Bahn-Vorlaufstrecke ­Houten – Houten Castellum neben der Bahnstrecke Utrecht – Geldermalsen zwei Stadtbahnwagen (Tw 6021 und 6016). Triebwagen 6021 kam 2005 zurück nach Hannover und gelangte von dort im Februar 2011 weiter nach Budapest. Tw 6016 stand bis 2008 in Houten im Einsatz und wurde anschließend verschrottet.

Aufgrund von Wagenmangel – 1993 waren die letzten PCC-Wagen ausgemustert und 1999 und 2002 neue Linien eröffnet worden – sah sich die HTM gezwungen, auf dem Gebrauchtmarkt nach Ersatz zu suchen. Sie entschied sich für den Stadtbahnwagen aus Hannover, von dem aufgrund geänderter Rahmenbedingungen allerdings nicht die ursprünglich vereinbarte Anzahl, sondern nur acht Stück nach Den Haag gelangten.

Diese standen zwischen Dezember 2002 und Mitte 2005 im Einsatz. Tw 6055 ging im Jahre 2005 zur Reparatur zurück nach Hannover. Im Herbst 2010 gelangten die sieben in Den Haag verbliebenen Einheiten (Tw 6037, 6053, 6057, 6058, 6064, 6098 und 6099) schließlich nach Budapest, dessen Verkehrsbetrieb BKV bereits im April 2001 die ersten ex-Hannoveraner erworben hatte.

Dort fährt nun eine umfangreiche Flotte aus Hannover, nach deren Ankunft schrittweise Altwagenzüge aus dem Betrieb genommen werden konnten. 2011 kamen ­neben weiteren Einheiten noch die Tw 6021 und 6055 direkt aus Hannover nach Budapest.
Im Einsatz sind in Budapest die Wagen 1500–1575 (gekommen 2001/02) und 1576–1591 (2011). Die 2011 und 2012 gekommenen zehn Fahrzeuge werden noch im Laufe des Jahres nach Anpassungsarbeiten am neuen Einsatzort in den Betrieb gehen.

Aus Bielefeld über Umwege nach Polen
Die seinerzeitigen Stadtwerke Bielefeld verkauften 1981 dreizehn achtachsige Düwag-Gelenktriebwagen an die Innsbrucker Verkehrsbetriebe (ein weiterer folgte 1990). Zwölf davon wurden am neuen Einsatzort durch Entnahme des Mittelteils zu Sechsachsern (Tw 31–42), zwei Achtachser blieben bestehen (Tw 51 und 52).

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