November-Ausgabe seit 18. Oktober am Kiosk!

Die Nummer 11/2019 (November) von STRASSENBAHN MAGAZIN ist seit 18. Oktober im Handel erhältlich. Freuen Sie sich auf die spannende Titelgeschichte über 30 Jahre Niederflur-Fahrzeugtechnik bei deutschen Betrieben und viele weitere aktuelle und historische Beiträge aus der Welt der Straßenbahn! Händler in Ihrer Nähe, bei denen Sie das Heft erhalten, finden Sie übrigens unter www.mykiosk.com
 
 

Deutsche Gebrauchtwagen in Osteuropa

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Die Abwicklungsmodalitäten waren hier freilich anderer Art. Dieser Beitrag blickt auf die deutschen Trambetriebe, die Straßenbahnen abgegeben oder verkauft haben, womit in vielen Fällen längerfristige Notlagen gemildert werden konnten. In einigen Fällen galt es, lediglich kurzfristige Engpässe zu überbrücken.

Während zum Teil umfangreiche Serien den Besitzer wechselten, kam es bei anderen Betrieben nur zu vereinzelten Verkäufen. Die Typenvielfalt reicht dabei vom Gotha-Zweiachser über konventionelle Standardwagen bis zu Stadtbahnfahrzeugen. Auf die Abgabe- bzw. Veräußerungsmodalitäten gehen wir hier im Einzelnen nicht ein.

Wo immer es einigermaßen gesichert möglich war, folgt eine Übersicht über den aktuellen Einsatzbestand am jeweils neuen Heimatort. Dies erfolgt jedoch ohne Gewähr, da sich vieles kurzfristig ändert und die überwiegend offiziell eingeholten Angaben nicht immer nach den gleichen Kriterien zusammengestellt werden. Die Reihe beginnt im Norden der Republik und geht in den folgenden Beiträgen nach Süden weiter.

Von Bremen in das Banat
In Bremen konnte man in den 1990er-Jahren durch Beschaffung niederfluriger Fahrzeuge auf die Hansa-Kurzgelenkwagen der ersten Serie verzichten. Die Triebwagen landeten noch auf dem Schrott, denn es war noch nicht zu den erforderlichen Kontakten zwischen Rumänien und der Hansestadt gekommen.

Rückblickend wären gewiss auch die meisten von ihnen für die Verkehrsbetriebe RATT der Stadt Timisoara im west-rumänischen Banat geeignet gewesen, denn Beiwagen dieser Serie laufen dort noch immer. Als die Ausmusterung der übrigen Serien anstand, kamen die Kontakte zustande und die robusten Wagen von 1963 bis 1968 gingen ab Herbst 1995 nach und nach auf die lange Reise. Ab 2002 folgten auch die Stadtbahnwagen.

Bis auf eine Ausnahme gelangten Bremer Straßenbahnwagen nur nach Timisoara. Nach Beendigung der Abgabe hat die Banater Universitätsstadt insgesamt 42 Trieb- und 39 Beiwagen des Typs Hansa, Kurzgelenk (zwischen 1995 und 1998) sowie 38 Trieb- und 39 Beiwagen des Typs Wegmann, Kurzgelenk (zwischen 2002 und 2010) erhalten. Inzwischen sind aus beiden Typenreihen zahlreiche Einheiten ausgemustert. Ein Streusalzbeiwagen (SW 2) aus Bremen ging 1998 ebenfalls an die RATT.

Gegenwärtig stehen noch 28 Hansa-Trieb- und 15 entsprechende Beiwagen, sowie 23 Wegmann-Trieb- und 22 entsprechende Beiwagen im Einsatz.

Ein zweiter Zielort für einen Bremer Straßenbahnwagen war nur temporär: Nach gerade einmal achtjährigem Einsatz an der Weser war der weltweit erste vollständig niederflurige Trambahnwagen hier verzichtbar geworden. Gemeinsam mit seinen Münchner Pendants ging er 1998 ins »schwedische Manchester« – in die Textilstadt Norrköping an Schwedens Ostküste.

Nach Beendigung seines Einsatzes dort gelangte er – vertraglich von Anfang an so geregelt – im Sommer 2011 zurück an die Weser. Hier wird das Fahrzeug erhalten bleiben.

Der Vollständigkeit noch ein Blick auf einige weitere Fahrzeuge, die Bremen verlassen haben. Der Hansa-Kurzgelenkwagen 3462 wurde 1996 an ein Schulprojekt in Stade verschenkt. Der Wagen stand lange im Güterbahnhof Stade und fristet nun sein – inzwischen klägliches Dasein – als Lager am Rande eines Sportplatzes im niedersächsischen Hammah.

Ein Stadtbahnzug ging im Jahre 2009 zum Hannoverschen Straßenbahnmuseum nach Sehnde. Triebwagen 3533 und Beiwagen 3733 sind dort betriebsfähig vorhanden, Beiwagen 3542 befindet sich als Ersatzteilspender ebenfalls dort.

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