November-Ausgabe seit 18. Oktober am Kiosk!

Die Nummer 11/2019 (November) von STRASSENBAHN MAGAZIN ist seit 18. Oktober im Handel erhältlich. Freuen Sie sich auf die spannende Titelgeschichte über 30 Jahre Niederflur-Fahrzeugtechnik bei deutschen Betrieben und viele weitere aktuelle und historische Beiträge aus der Welt der Straßenbahn! Händler in Ihrer Nähe, bei denen Sie das Heft erhalten, finden Sie übrigens unter www.mykiosk.com
 
 

Deutsche Gebrauchtwagen in Osteuropa

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Notdürftig repariert ging es dann nach einer Zwangspause von einem halben Jahr mit einigen Wagen weiter, doch ohne die »Dortmunder« hätte der Betrieb nicht überlebt. Inzwischen hat bedauerlicherweise mangelnde Qualität auf anderem Gebiet die Tram dort zum Stillstand gebracht. Die örtliche Politik nickte im Herbst 2011 ihr Ende ab (s. SM 2/2012).

Eigentlich nur Übergangshilfe
Glücklicherweise ist Resita eine Ausnahme geblieben – wenn auch nicht die einzige. In den meisten Fällen haben die Hilfsaktionen bewirkt, was beabsichtigt war: Die Tram als städtisches Hauptverkehrsmittel zu sichern. Hierbei spielten selbst solche Fahrzeuge eine Rolle, die – im Vergleich mit anderen, ebenfalls abgegebenen Einheiten – aufgrund ihres Typs und ihrer Technik eigentlich als veraltet und wenig effektiv anzusehen waren.

Benötigt wurden sie trotzdem und spielten immerhin noch über längere Zeit eine Rolle im Personenverkehr der jeweiligen Städte. Zwickauer und Halberstädter Zweiachsfahrzeuge in Arad – die CTP Arad hat heute noch einige Exemplare im Bestand – sind hier zu nennen, aber auch die Kasseler Credé-Vierachser mit schwebendem Mittelteil, die im polnischen Gorzow (Landsberg) noch rund zehn Jahre lang Dienste leisteten.

Waren die Aktionen auch von Anfang an als Hilfsmaßnahmen für eine Übergangszeit geplant, kam es doch anders: Nach über 15 Jahren stehen die »Gebrauchtwagen« noch immer im Einsatz, wenn auch in vermindertem Umfang und an einigen Orten mit einigen wenigen neubeschafften Fahrzeugen, wie z.B. dem ULF nach Wiener Vorbild in Oradea und dem Imperio-Prototypen in Arad, dem weitere Exemplare folgen werden.

Auch Timisoara und Cluj – im letzteren Falle wurde die Entscheidung allerdings angefochten – haben inzwischen neue Wagen bestellt. Darüber hinaus sind in denn letzten Jahren vor allem M- und N-Wagen an polnische Betriebe gegangen. So erhielt Danzig N-Wagen aus Dortmund und Krakau außer Nürnberger N8-NF auch Düsseldorfer GT8S und Wiener E6 und c6.

Nahezu »unkaputtbar«?
Die enorme Durabilität von Fahrzeugen klassischer Hersteller wie Düwag, Hansa-Waggon, Wegmann, DWM, Rathgeber und anderen gestattet noch immer einen verlässlichen Einsatz, selbst im sechsten Lebensjahrzehnt der Fahrzeuge. Meist konnten nach wie vor bestehende Probleme bei Ersatzteilbeschaffungen und Reparaturen durch findige Techniker gelöst werden.

Leider hat sich v.a. in Rumänien vieles noch nicht dahingehend entwickelt, dass von einer gesicherten ÖPNV-Förderung gesprochen werden kann. Noch immer verschulden sich Städte auf Jahrzehnte, um Infrastrukturmaßnahmen durchführen und neue Fahrzeuge bestellen zu können. Die Politik agiert hier schleppend bis desinteressiert.

Durch eine Verquickung von für Außenstehende nicht immer nachvollziehbaren Gründen legten trotz aller Bemühungen, dies zu verhindern, in Constanta, Brasov (Kronstadt) und Resita ihre Straßenbahnen still, in Sibiu (Hermannstadt) verkehrt die letzte Linie nur noch als Sonderlinie, jedoch nicht mehr im regulären Betrieb.

Nicht nur nach Rumänien
Doch »second-hander« gingen nicht nur nach Rumänien, sondern – in einigen Fällen bereits bevor die Rumänien-Aktion anlief – auch nach Polen und in die Länder der ehemaligen Sowjetunion. Schweden und Finnland, die Niederlande, Belgien und Frankreich interessierten sich ebenfalls für deutsche Gebrauchte.

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