November-Ausgabe seit 18. Oktober am Kiosk!

Die Nummer 11/2019 (November) von STRASSENBAHN MAGAZIN ist seit 18. Oktober im Handel erhältlich. Freuen Sie sich auf die spannende Titelgeschichte über 30 Jahre Niederflur-Fahrzeugtechnik bei deutschen Betrieben und viele weitere aktuelle und historische Beiträge aus der Welt der Straßenbahn! Händler in Ihrer Nähe, bei denen Sie das Heft erhalten, finden Sie übrigens unter www.mykiosk.com
 
 

Der »Übergangsstadtbahnwagen«

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Verfügte die erste Serie über Scheinwerfer oberhalb der kombinierten Brems-/Schlussleuchte mit Blinker, so befanden sich mit ­Beginn der Zweitserie die Scheinwerfer unterhalb, wobei die bisher unterhalb liegenden Mehrfachleuchten nun wesentlicher größer und auffälliger oberhalb lagen. Im Innenraum dominierte jetzt helles Holzdekor, auch in den Gelenkportalen, die nun »eckig« ausgeführt waren. Ansonsten waren die Wagen technisch identisch. Die als Tw 121–143 eingereihten N8C ersetzten die ältesten GT8 von 1959, von denen nach nur gut 21 Betriebsjahren in Dortmund zwei Wagen nach Hiroshima, zehn nach Karlsruhe und acht nach Wuppertal verkauft werden konnten. Durch die nahenden Stadtbahneröffnungen wurden weitere Wagen notwendig. So kam es zu einer erneuten Bestellung dieses Fahrzeugtyps. Etliche Zulaufstrecken waren noch immer nicht B-Wagen-taug­lich und Anpassungsarbeiten hierfür wären für eine sehr kurze Zeitspanne unsinnig gewesen.

N8C, die Dritte

Im Jahre 1982 war es dann soweit. Die Wagen 144–154 wurden auf dem üblichen Wege von den Dortmunder Stadtwerken in Empfang genommen. Auch diese Wagen wiesen kleine Änderungen gegenüber den Vorserien auf. Die Zielfilme waren von größerer Höhe und im Wagen wurde von dem ersten Doppelsitz einer fortgelassen, wodurch sich der Auffangraum hinter der Fahrerkabine spürbar vergrößerte. Eine weitere Neuerung stellte nur noch ein Stromabnehmer dar. Lag seit 1959 üblicherweise bei den Achtachsern der jeweils vordere Bügel am Fahrdraht, war dies nun nicht mehr notwendig, da es keine Fahrdrahtkontakte mehr gab. Weichen etc. wurden per Meldeempfänger im Gleis geschaltet. Dies führte dazu, dass auch die bereits vorhandenen N8C (später auch GT8) jeweils einen Stromabnehmer verloren. Die N8C verfügten grundsätzlich über Scherenstromabnehmer, wobei die abgebauten Bügel auf den ab 1986 beschafften B-Wagen wiederverwendet werden konnten. Es versteht sich von selbst, dass durch diese Lieferung erneut GT8 freigesetzt werden konnten. Selbstverständlich war der Wagentyp N8C mittlerweile auch freizügig im Netz einsetzbar. Generell ist noch anzumerken, dass im Prinzip alle N8C-Fahrzeuge in der seit ­Anfang der sechziger Jahre gebräuchlichen Farbkombination hellbraun/dunkelbraun/beige angeliefert wurden – bis auf zwei Ausnahmen: Die Tw 133 und 134 erschienen in Dortmund als sogenannte »Albinos« in durchgehend beiger Farbgebung, beide Wagen erhielten alsbald Vollwerbung. Später trugen viele N8C Vollwerbung, so dass das Erscheinungsbild zeitweise recht bunt war. Im Laufe der Zeit änderten die Dortmunder Stadtwerke AG dann ihre Standard-Farben für Busse und Bahnen in weiß mit rotem Absetzstreifen. Lediglich Tw 134 hat nie Dortmunder Farben getragen – nach seiner »beigen Episode« erhielt er Vollreklame für einen Lebensmittelmarkt, mit der er bis zu seiner Außerdienststellung im Juni 2010 verkehrte.

Stadtbahnauftakt mit N8C

Es sollte Hörde sein, die ehemalige freie Kreisstadt, die 1928/29 nach Dortmund eingemeindet worden war. Ein Jahr vor der Eingemeindung war die meterspurige Hoerder Kreisbahn in der »Städtischen Straßenbahn Dortmund GmbH« aufgegangen. Hier also wurde am 27. Mai 1983 die erste Tunnelstrecke der Dortmunder Stadtbahn eröffnet, und wie sollte es anders sein: Das Rollmaterial stellten ausschließlich N8C aller drei Serien. Sie bedienten die Linie 401 von Hörde nach Brambauer und die Linie 406 von Hörde nach Grevel. Von jetzt an wurden auch die beidseitigen Türen wechselseitig benutzt, da sowohl Seiten-, als auch Mittelbahnsteige angefahren wurden. Im folgenden Jahr, am 2. Juni 1984, wurde der erste Innenstadttunnel zwischen den Rampen Mallinckrodtstraße bzw. Münsterstraße im Norden, sowie den Rampen Westfalendamm und Westfalenpark im Süden eröffnet, der fortan die N8C auf den neuen Linien U41, U45 – hier auch erstmals als Doppeltraktionen – und U47 heimisch werden ließ. Nun fuhren die Wagen also in dem Einsatz, für den sie beschafft worden waren. Doch schon im Frühjahr 1987 wurden die ersten N8C aus diesem Tunnel »verbannt«, als die U41 zwischen Hörde und Hauptbahnhof mit den ersten zehn B80C (301-310, heute B6) bestückt wurde.

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siehe Bildunterschrift
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