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Bis es richtig funkte ...

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ELEKTRISCH NACH MÖDLING

Im südlich von Wien gelegenen Mödling reifte um diese Zeit der Plan, den Ort mit den in einem Seitental gelegenen Stadtteilen Klausen und Vorderbrühl sowie der anschließenden Gemeinde Hinterbrühl durch eine Lokalbahn zu verbinden. Siemens schlug der das Projekt technisch leitenden Südbahngesellschaft den Bau einer elektrischen Eisenbahn nach seinem Patent vor.

Noch bevor die Praterbahn ihren Betrieb aufnahm, begannen 1882 die Bauarbeiten für Europas erste elektrische Eisenbahn für dauerhaften Betrieb. Da die Strecke in Teilen auf öffentlichen Straßen fuhr, fand hier erstmals im Dauerbetrieb die Schlitzrohrfahrleitung Anwendung.

Die in drei Etappen eröffnete Lokalbahn war insgesamt 4,5 Kilometer lang. Von der Eröffnungsfahrt berichtete die Wiener Zeitung am 18. Oktober 1883 mit prophetischen Worten:„… Im Prater staunten wir die elektrische Bahn noch als geheimnisvolles Wunder an und sehen kopfschüttelnd zu, wie ein verzauberter Wagon, der seine väterlich leitende Maschine verloren zu haben scheint, auf eigene Faust durch Busch und Wald dahinsaust.

Die elektrische Bahnlinie Mödling – Brühl gibt sich nicht als ein festliches Experiment, sie zeigt den Fortschritt vom Provisorium zur definitiven Praxis und wird uns lehren, das Wundern gänzlich zu verlernen.“

AUCH SCHLITZROHRBAHN IN HESSEN

Als im niederösterreichischen Mödling die Bauarbeiten für die elektrische Lokalbahn begannen, ergab sich für Siemens die Chance, eine zweite Schlitzrohrbahn zu verwirklichen. Diesmal war es ein Offenbacher Konsortium, bestehend aus Bankier Weymann, Kommerzienrat Weintraut und dem Bankhaus Merzbach, das die unzureichende Verbindung zur Nachbarstadt Frankfurt am Main verbessern wollte.

Es hatte offenbar von Siemens‘ Experimenten mit elektrischen Bahnen erfahren und war an ihn herangetreten. Das gemeinsam erarbeitete Konzept für die 6,7 Kilometer lange Trambahn zwischen Frankfurt am Main und Offenbach fand den Segen der Stadtväter.

Deren Konzessionsvergabe auf 25 Jahre war mutig und erstaunlich, denn hier wurde – ebenso wie in Mödling – technisches Neuland betreten. Die Frankfurt- Offenbacher Trambahn war zudem 1884 die längste elektrisch betriebene Bahn der Welt.

Sowohl diese als auch die Mödlinger Strecke stellten technisches Neuland dar und waren naturgemäß nicht frei von technischen Problemen aller Art. Ab und an fiel ein Kontaktschiffchen aus dem Schlitzrohr und musste wieder eingeklinkt werden. Dazu führten die Fahrzeuge Leitern mit.

Größere Probleme bereiteten die Motoren. Da man sich in Mödling mehr Zeit für Probefahrten und Schulung des Personals nahm, waren die Probleme dort nicht so gravierend wie in Hessen. Beide Bahnen stellen aber wichtige Meilensteine auf dem Weg der elektrischen Traktion zur vorherrschenden Antriebskraft im Personennahverkehr.

Ein Artikel aus STRASSENBAHN MAGAZIN 04/14.
 

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