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Gute Aussichten für ­Hochzoll

Augsburg: Neue Linie 6 fast auf altem Weg

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  • Es wurde ein Verkehrschaos durch nur noch zwei Fahrspuren in der Friedberger Straße befürchtet
  • der Umsteigezwang auf die Straßenbahn für Fahrgäste, deren Buslinie bisher direkt in die Innenstadt fuhr, wurde bemängelt
  • am Rudolf-Diesel-Gymnasium war kein ausreichender Raum für P+R-Parkplätze vorhanden
  • im Bereich Alter Heuweg/Lotzbeckstraße musste eine Grünanlage weichen.
Den Einwänden wurde überwiegend nicht stattgegeben.

Im Sommer 2005 zeigte sich die Bayerische Eisenbahngesellschaft als Bestellerin des Vollbahn-Schienenpersonenverkehrs mit einem Weiterbau der Linie 6 bis Friedberg-West einverstanden, »sofern die Unschädlichkeit für den Bahnverkehr nachgewiesen werden kann«. Dies bedeutet aber gleichzeitig, dass eine Verlängerung in die Stadtmitte Friedbergs mit ihrer Nähe zum dortigen Bahnhof vorerst ausgeschlossen ist.

Die Planungen wurden entsprechend erweitert, ist doch am nunmehrigen Endpunkt ein deutlich größerer P+R-Parkplatz möglich. Die Mehrkosten wurden mit 8,35 Millionen Euro angegeben.

Teil der ­Mobilitäts­drehscheibe Augsburg
Die Linie 6 war mittlerweile Bestandteil des Großprojektes »Mobilitätsdrehscheibe Augsburg« geworden, die unter anderem den Umbau des Hauptbahnhofs, die Kapazitätserweiterung des Umsteigeknotens Königsplatz und eine neue Linie 5 zum Zentralklinikum (geplanter Baubeginn: 2018) vorsieht und für die eine Förderung im Gesamtpaket beantragt wurde.
Ziel hierbei ist unter anderem die optimierte Verknüpfung zwischen innerstädtischem, regionalem und überregionalem Verkehr durch Schaffung eines »Straßenbahndrehkreuzes« unterhalb des Hauptbahnhofs. Nord-Süd- und Ost-West-Stra­ßenbahnverbindungen sollen beschleunigt werden.

Zum »ersten Spatenstich« des Neubaus der Linie 6 am 28. Juni 2007 wurden die Baukosten mit 55 Millionen Euro für die nun 5,2 Kilometer lange Strecke beziffert. Angesichts des Umfangs der Kritik intensivierten die Stadtwerke Augsburg ihre Öffentlichkeitsarbeit durch tägliche Anwesenheit eines Ansprechpartners für Bürger auf der Baustelle, Informationsmaterial und -veranstaltungen sowie eine entsprechend dem Baufortschritt »mitwandernde« Infobox. Geschäftsleute genossen eine Sonderbetreuung, ein Infotelefon wurde geschaltet.
Ende 2007 entwickelte sich mit Unterstützung von CSU, FDP und freien Wählern anlässlich der Umbauplanungen für den Königsplatz ein Bürgerbegehren mit anschließendem Bürgerentscheid. In dessen Rahmen wurde ein Ideenwettbewerb gefordert, aus dem ein »Gesamtkonzept für den Innenstadtverkehr« hervorgehen sollte – den Initiatoren waren diese Planungen zu »Straßenbahn-lastig«.

Dieser Bürgerentscheid hätte für den Neubau der Linie 6 nur insofern mittelbare Bedeutung gehabt, als auch diese Linie den Königsplatz bedienen wird. Die Stadtwerkeleitung machte den Bürgerentscheid jedoch sehr unglücklich zur Abstimmung über den Neubau der Linie 6, indem sie für den Fall einer Mehrheit für die Forderungen einen sofortigen Baustopp ankündigte. Der Entscheid war mit über 53 Prozent Ja-Stimmen erfolgreich, in Hochzoll unterstützten ihn sogar 64 Prozent.

Nach der Abstimmung wurde bekannt gegeben, dass beauftragte Bauleistungen an der Linie 6 noch ausgeführt, aber vorerst keine neuen Aufträge mehr erteilt wurden. Die Diskussion um das Nadelöhr Friedberger Straße nahm neue Fahrt auf, und im Rahmen des angehenden Kommunalwahlkampfes versprachen Vertreter aller Parteien, eine Untertunnelung der Friedberger Straße untersuchen zu lassen. Die CSU vertrat die Forderung nach Beibehaltung der Vierspurigkeit im Wahlkampf massiv.

Weiterer Bürgerprotest wurde laut, als bekannt wurde, dass im Rahmen der Bauarbeiten 250 Bäume gefällt werden mussten. Als für den damaligen SPD-Oberbürgermeister Wengert eine Stichwahl anstand (die er dann gegen seinen CSU-Herausforderer Gribl verlor), verfügte er einen Stopp der Fällungen. Damit wurde der Baufortschritt um sechs Monate verzögert, da erst das Ende der Vogelbrutzeit abgewartet werden musste. Zur Kompensation des durch den Streckenbau erfolgten ökologischen Eingriffes wurden – entsprechend den ursprünglichen Plänen – Ausgleichsflächen von insgesamt circa 1,7 Hektar geschaffen.

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