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Gute Aussichten für ­Hochzoll

Augsburg: Neue Linie 6 fast auf altem Weg

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Nach Unterbrechung durch Kriegsschäden 1944 fuhr die Linie 6 von 1945 bis zum 8. Oktober 1960 weiter. An diesem Tag wurde der Betrieb, gleichzeitig mit der Linie 5 Senkelbach – Rotes Tor, auf Omnibus umgestellt, die Gleisanlagen bald darauf entfernt und der entstandene Raum dem Trend der damaligen Zeit entsprechend zur Verbreiterung von Straßen genutzt. Wohl niemand ahnte damals, dass damit nicht der Schlusspunkt des Straßenbahnbetriebes auf dieser Relation gesetzt war.

Langwierige Neuplanungen
Bereits im Gesamtverkehrsplan von 1978 erschien jedoch wieder eine Linie nach Hochzoll als Bedarf »nach 1990«. 1987 wurde für 50.000 DM die Untersuchung verschiedener Varianten einer Linienführung nach Hochzoll in Auftrag gegeben. Da dabei auch Tunnellösungen im Stadtzentrum und in Hochzoll betrachtet wurden liegt der Verdacht nahe, dass eher die Nicht Finanzierbarkeit einer Neubaustrecke bewiesen werden sollte. Ein Stadtratsmitglied lehnte diese Untersuchung ab, »weil doch jeder weiß, dass es – wenn überhaupt – noch Jahrzehnte dauern wird, bis die Linie 6 gebaut wird«. In der Fortschreibung des Gesamtverkehrsplanes 1996 wurde die Linie 6 nun in den »dringenden Bedarf« hochgestuft. In dieser Zeit war eine Führung, einem Teilstück der alten Linie 5 folgend, über Leonhardsberg, Graben und Forsterstraße zur Prinzstraße in der Diskussion. Weiter folgt sie schon den ersten Plänen nach dem früheren Streckenverlauf. Der Endpunkt war am Bahnhof Hochzoll vorgesehen. Die Fraktion der Grünen forderte damals bereits einen Endpunkt in Friedberg-West.

Als 2004 die damaligen Planungen – nun mit Wendepunkt weiter östlich am Rudolf-Diesel-Gymnasium und Baukosten von 38,5 Millionen Euro – abgeschlossen waren, machte die Genehmigungsbehörde deutlich, dass eine durch den Bau der Linie 6 verursachte Verringerung der Kapazität der vierspurigen Friedberger Straße nur möglich sein würde, wenn Entlastungsstrecken zur Verfügung stehen. Diese mussten mit der Untertunnelung einer Kreuzung in Lechhausen und dem Ausbau einer Umgehungsstraße erst geschaffen werden. Ein gutes Drittel der täglich 41.000 Fahrzeuge durch Hochzoll sollte hierhin umgeleitet werden. Die Genehmigungsbehörde regte auch die Untersuchung einer Streckenführung parallel zur Friedberger Straße mit eigener Lechbrücke an.

Erst nach 2017 zum Bahnhof Hochzoll
Der Bahnhof Hochzoll soll zukünftig von der dorthin zu verlängernden Linie 1 bedient werden, die heute noch am Neuen Ostfriedhof endet. Nach heutigem Stand ist der Baubeginn dieser Verlängerung für 2017 vorgesehen.

Während Ende 2004 Einzelhändler in Hochzoll den Bau der Linie 6 noch befürworteten, fürchteten erste Anwohner bereits um ihre Grundstücke und -zufahrten (im weiteren Verlauf gab es zehn Besitzeinweisungs-/Enteignungsverfahren). Die Industrie- und Handelskammer nannte zu diesem Zeitpunkt den Rückbau der Friedberger Straße »standortschädigend« und verglich sie mit der Donauwörther Straße, wo sich ein entsprechender Rückbau im Rahmen der Modernisierung der Linie 4 auf den Handel nachteilig ausgewirkt habe. In diesem Zeitraum gründeten einige Bürger eine Bürgerinitiative gegen den Bau der Linie 6.

Eine nicht repräsentative Umfrage des CSU-Ortsverbandes Hochzoll ergab 2005, dass sich Befürworter und Gegner der Linie 6 zahlenmäßig in etwa die Waage hielten, 70 Prozent der Befragten jedoch für eine vierspurige Friedberger Straße votierten. Die CSU übernahm von da an diese Forderung und brachte zwischenzeitlich zum Erhalt der vier Fahrspuren eingleisige Streckenabschnitte in der Friedberger Straße ins Gespräch. Da hierfür, abgesehen von den Betriebseinschränkungen, keine Zuschüsse geflossen wären, wurde dieser Vorschlag nicht weiter untersucht.

Über 1.100 Einwendungen
Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens im Frühjahr 2005 wurden 1.100 Einwendungen gegen den Bau der Linie behandelt. Inhalt der Einwände war im Wesentlichen:

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