November-Ausgabe seit 18. Oktober am Kiosk!

Die Nummer 11/2019 (November) von STRASSENBAHN MAGAZIN ist seit 18. Oktober im Handel erhältlich. Freuen Sie sich auf die spannende Titelgeschichte über 30 Jahre Niederflur-Fahrzeugtechnik bei deutschen Betrieben und viele weitere aktuelle und historische Beiträge aus der Welt der Straßenbahn! Händler in Ihrer Nähe, bei denen Sie das Heft erhalten, finden Sie übrigens unter www.mykiosk.com
 
 

125 Jahre Straßenbahn in Erfurt

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Teilweise unterblieben auch schon Anpassungen, so bei der Daberstedter Obuslinie, die ein neues Wohngebiet auf dem Daberstedter Feld nicht erschloss und fortan durch eine zusätzliche Omnibuslinie ergänzt wurde. Hinzu kamen Probleme bei der Beschaffung von Neufahrzeugen sowie ein Sinneswandel in Bezug auf die Bedeutung öffentlicher Verkehrsmittel: Mit dem Beginn des Baus eines neuen Großknotens im Straßennetz an der Schmidtstedter Brücke entfiel ab 1973 die Straßenbahnlinie 4.  Den Südast der Linie 4 zur Thüringenhalle bediente fortan die hierhin verlängerte Linie 2. Dem Omnibusverkehr kam nun eine größere Bedeutung zu: Die Linien A (Ringelberg – Anger – Hochheim), C (Busbf – Melchendorf) und G (Johannesplatz – Leipziger Platz – Hbf – Daberstedt) ersetzten meist vollständig zuvor elektrisch betriebene Linien. Zwei dieser Linien durchmaßen die Innenstadt; der Erfurter Osten wurde ab jetzt nur noch von Buslinien bedient, der nördlichste Teil der früheren Linie 4 verlor jeglichen ÖPNV-Linienbetrieb.

Schnellstraßenbahn und Achsenkreuzmodell

Die in den 1970er- und 1980er-Jahren am Stadtrand wachsenden Wohngebiete in industrieller Plattenbauweise erforderten leistungsfähige Verkehrsverbindungen mit den übrigen Stadtteilen. Um die Straßenbahn für diese Aufgaben anzupassen, waren neben den Streckenverlängerungen in die neuen Wohngebiete Ausbauten im bestehenden Netz notwendig. Aus der klassisch trassierten Straßenbahn, die sich die Trasse mit den anderen Verkehrs-teilnehmern teilen muss, sollte eine »Schnellstraßenbahn« entwickelt werden. Merkmale waren eine unabhängige, mög-lichst geradlinige Streckenführung sowie ein Betrieb mit beschleunigungsstarken Fahrzeugen, die in der Lage sind, auch längere Zugverbände zu bilden.

Zunächst erfolgten schrittweise Verlängerungen der Linie 3 ab der Schleife Kliniken der Medizinischen Akademie, wie die Endstelle seit 1958 bezeichnet wurde, ins Neubaugebiet Rieth im Norden der Stadt. 1973 bis zum Pappelstieg; in Rieth bestand ab hier gebrochener Verkehr mit Bussen. Ein Jahr später war das Rieth erreicht, wobei hier zunächst provisorisch über ein Dreieck zu wenden war. Am 2.April 1978 erfolgte die nächste Netzerweiterung, wiederum im Norden der Stadt. Die zuvor eröffnete Strecke ins Rieth erhielt eine der Nordhäuser Straße folgende Verlängerung bis zur Bukarester Straße, am Südrand des Vororts Gispersleben. Die Strecke ins Rieth bekam so den Charakter eines Abzweigs. Dieser Neue Ast machte die Einführung einer weiteren Linie notwendig. Nach nur wenigen Jahren tauchte die Linie 4 wieder in den Fahr- und Netzplänen auf, die von der Linie 3 den Abschnitt ins Rieth übernahm:

3:    Bukarester Straße (Europaplatz) – Kliniken der Medizinischen Akademie – Domplatz – Anger – Hauptbahnhof – Käthe-Kollwitz-Straße
4:    Straße der Völkerfreundschaft (Rieth) – Kliniken der Medizinischen Akademie –
    Domplatz – Anger – Hauptbahnhof – Stadtpark

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siehe Bildunterschrift
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