November-Ausgabe seit 18. Oktober am Kiosk!

Die Nummer 11/2019 (November) von STRASSENBAHN MAGAZIN ist seit 18. Oktober im Handel erhältlich. Freuen Sie sich auf die spannende Titelgeschichte über 30 Jahre Niederflur-Fahrzeugtechnik bei deutschen Betrieben und viele weitere aktuelle und historische Beiträge aus der Welt der Straßenbahn! Händler in Ihrer Nähe, bei denen Sie das Heft erhalten, finden Sie übrigens unter www.mykiosk.com
 
 

125 Jahre Straßenbahn in Erfurt

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Eine weitere kleine Liniennetzumstellung brachte spätestens 1942 einen Tausch der südlichen Äste der Linien 3 und 4: Ab Hauptbahnhof führte nun die Linie 3 zur Jägerstraße und die Linie 4 zum Schützenhaus. Nur ein Jahr später erhielt die Endstelle Jägerstraße die erste Wendeschleife im ganzen Netz. Am entgegengesetzten Linienendpunkt Krankenhaus (Höhe heutige Haltestelle Universität) entstand sie jedoch erst nach Kriegsende 1946.

Wiederaufbau und Modernisierung

Gegen Ende des Krieges folgte mit Heranrücken der US-Truppen verbunden mit Artilleriebeschuss ab 11. April 1945 die komplette Betriebseinstellung der Erfurter Straßenbahn. Ab 1. Juni ging das Netz nach und nach wieder in Betrieb. Mit dem Wechsel der Besatzungsmacht – im Juli zogen die US-Truppen ab und übergaben ganz Thüringen in Sowjetische Besatzungshoheit ab – kam es mit der zweiten Diktatur des 20. Jahrhunderts wie schon ab 1933 zu Straßenumbenennungen. Diesmal erhielten auch Endhaltestellen in der Folge neue Namen: Die Jägerstraße (südliche Endhaltestelle an der Linie 3) hieß ab 1946 Käthe-Kollwitz-Straße, die Blücherstraße (an deren nördlichen Ende) wurde schon im Jahr davor zur Breitscheidstraße. Die Endhaltestelle Ilversgehofen hieß ab 1952 wieder Erfurt-Nord, wie schon einmal bis Mitte der 1930er-Jahre. Im gleichen Zeitraum erhielt die südliche Endhaltestelle der Linie 4 (Schützenhaus) die neue Bezeichnung Thüringenhalle – die namensgebende Veranstaltungshalle, während des Krieges nur rohbaumäßig fertiggestellt, war vollendet worden. Weiterhin war die Erfurter Straßenbahn in den Abtransport von Trümmerschutt einbezogen worden.

Ausbau von Wendeschleifen

Auch im Straßenbahnnetz kam es zu einigen Ergänzungen, die jedoch zunächst neben den schon genannten Veränderungen (Gleiskreuz auf dem Anger und Abbau der alten, nicht mehr regelmäßig genutzten Strecke durch die Löberstraße und über die Lange Brücke) nur die Anlage weiterer Wendeschleifen betraf. Derartige Anlagen entstanden nacheinander in Erfurt-Nord (1951, am Platz der DSF (heute wieder Hirschgarten; 1952; für die Linie 1E), an der Thüringenhalle (1953), Breitscheidstraße (1954, als Blockwendeschleife), am Stadtpark (Löberwallgraben) und am Gothaer Platz (Blockumfahrung Ludwigstraße, beide 1960, zunächst für die Linien 2 und 5E). Erfolgte bis 1952 der zweigleisige Ausbau der Strecke zum Hauptfriedhof nebst Wendeschleife am Endpunkt, erhielt die seit 1959 entlang der Gothaer Straße in der Umgebung der Cyriaksburg entstandenen Gartenbauaustellung (später »Internationale Gartenbauausstellung«, »iga«, seit 1991 »ega«, seit 2006 »egapark«) 1961 eine eigene Straßenbahnanbindung in zeitgemäßer Ausführung zum neuen Haupteingang. Ebenfalls mit Gleisschleife hier sogar mit zweitem Gleis, vom Gothaer Platz aus. Diese Strecke wurde fortan durch die Linie 2 bedient, die somit wieder zu einer eigenständigen, täglich verkehrenden Linie aufgewertet wurde.

Umstellung auf Einrichtungsbetrieb

1963 wurden die beiden letzten Kuppelendstellen (Hochheimer Straße und Steigerstraße) an den südwestlichen Endpunkten der Linien 1 und 5 durch Blockwendeschleifen ersetzt. Dabei zog man die Linie aus dem äußeren Teil vom Dalbergsweg, aus der Hochheimer Straße und von der Pförtchenbrücke zurück. Die seit dem zweigleisigen Ausbau der einstigen roten Linie bestehenden Führungen durch Einbahnstraßen der westlichen Altstadt bzw. das südliche Brühl wurden an der Kreuzung von Wilhem-Külz-Straße und Dalbergsweg über einen Verbindungsbogen zu einer großen Blockwendeschleife verbunden, die am westlichen Anger ihren Anfang nimmt. Linie 5 übernahm für die Anlage der künftigen Blockwendeschleife einen Rest der alten Trasse der Linie 1 in der Hochheimer Straße. Spätestens seit dem zweigleisigen Ausbau der nach dem Ersten Weltkrieg um die Pförtchenbrücke verbliebenen Strecken berührten sich beide Strecken nicht mehr, sondern waren eine Häuserblockbreite voneinander entfernt. Nun wurden die parallelen Strecken über kurze Neubauabschnitte verbunden und ermöglichten so auch hier wie auf der Linie1 den uneingeschränkten Einsatz von Einrichtungsfahrzeugen.

Wachsender Pkw-Verkehr

Inzwischen bestimmte aber auch in der DDR ein stetig zunehmender motorisierter Individualverkehr das Bild auf den Straßen. Engpässe im Straßennetz erforderten Ausbauten, die auch in Erfurt die Frage aufwarfen, ob und (wenn ja) in welcher Form die netzgebundenen Nahverkehrsmittel einzubinden und damit zu erhalten waren.

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siehe Bildunterschrift
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