Versenkt 1985

1977 fiel in der Kieler Ratsversammlung die endgültige ­Entscheidung – gemäß Empfehlung im Generalverkehrsplan –, die 1896 eröffnete Straßenbahn bis zum Jahr 1985 komplettdurch Busse zu ersetzen. Die Fakten dazu schaffte man bereits ab Mitte der 1960er-Jahre. Ein Rückblick auf diese Zeit mit vielen neuen Forschungsergebnissen
Die von der Kieler Straßen- und Eisenbahn-Gesellschaft am 9. Juli 1881 in Kiel eröffnete Pferdebahn hatte 1892 eine Streckenlänge von 7,2 Kilometern erreicht. Um den Betrieb auf den mit 1.100 mm Spurweite errichteten Linien rentabler zu gestalten, war die Elektrifizierung und Erweiterung der Strecken geplant. Da die Gesellschaft jedoch das dafür notwendige Kapitel nicht aufbringen konnte, verkaufte sie 1894 alle Anlagen.

Der Pferdebahnbetrieb blieb allerdings bis zum 23. Mai 1896 bestehen. Im Dezember 1894 erhielt die AEG die Konzession zum Bau und Betrieb einer elektrischen Straßenbahn in Kiel. In deren Auftrag nahm die Betriebsverwaltung Kiel der in Berlin ansässigen Allgemeinen Lokal- und Straßenbahn-Gesellschaft (ALOKA, eine AEG-Tochtergesellschaft) am 12. Mai 1896 den elektrischen Betrieb auf.

Als Spurweite waren die 1.100 mm von der Pferdebahn beibehalten worden. Die neue Hauptlinie führte vom Hauptbahnhof zum Belvedere. Bis zur Jahrhundertwende wuchs das Streckennetz auf etwa 15 Kilometer Länge. Bis zum Ersten Weltkrieg setzte sich dieser Trend fort, so dass per 1. April 1915 ein 36,5 Kilometer umfassendes Gleisnetz in Betrieb war.

Zwischen 1925 und 1939 änderte sich die Linienführung in Kiel kaum, die ALOKA betrieb in dieser Zeit insgesamt sechs Linien. Bis Ende der 1940er-Jahre wurden die Kriegszerstörungen an den Straßenbahnanlagen weitestgehend behoben, nur auf zwei Linienäste ließ die inzwischen zuständige Kieler Verkehrs AG (KVAG) die Gleise nicht erneuern.

Dafür verlängerte der Betrieb 1950 und 1955 zwei Linien um in Summe 2,5 Kilometer. Die Kieler Straßenbahnen hatten damit ihre größte Ausdehnung nach dem Krieg erreicht.

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