Variobahnen für die Mainzelbahn

Mit der »Mainzelbahn« genannten Verlängerung auf den Lerchenberg geht das größte Ausbauprojekt der Mainzer Straßenbahn nach rund 40 Jahren Vorplanung in die Realisierung.
Seit 1965 ist das Mainzer Straßenbahnnetz prinzipiell ein auf nur noch zwei Hauptverbindungen (Finthen – Hechtsheim und Bretzenheim – Hauptbahnhof) geschrumpfter Torso. Immerhin gibt es seit 1977 eine kurze Neubau­strecke in Finthen zur Römerquelle, doch auch Stilllegungsdebatten sind in den letzten 40 Jahren dann und wann aufgeflammt.

Doch 2012 geht ein Projekt in die Planfeststellung, das Mainz’ Straßenbahnnetz um rund 50 Prozent erweitern wird und zwischen 2015 und 2020 eröffnet werden soll: die Verlängerung zum Lerchenberg, wo – seit 1963 – das ZDF sein Domizil hat. Doch nicht die Fernsehmacher sind die Hauptkundschaft der neuen Strecke, sondern ­Studierende und andere Hochschulangehörige, Bewohner von Bretzenheim und Marienborn sowie an Wochenenden auch Fußballfans.

In der Begründung des Vorhabens zitiert die Mainzer Verkehrs-Gesellschaft (MVG) Statistiken, wonach 2007 im Bereich Universität/Saarstraße täglich 1.000 Busse rund 43.000 Fahrgäste befördert haben – mehr als genug Gründe für den Systemwechsel auf die leistungsfähigere und umweltfreundlichere Straßenbahn. Nun ist die rund 9 Kilometer lange und mit 70 Mio. € Kosten veranschlagte Verlängerung durchgeplant.

Wird es auch noch einige Jahre dauern, bis der Eröffnungszug zum Lerchenberg fahren wird, den Wagenpark passt Mainz derzeit schon an. Seit März liefert Stadler insgesamt neun Variobahnen nach Mainz, die die in die Jahre kommenden Düwag-Hochflur­wagen ablösen sollen, für die Mainzelbahn dürften dann weitere Wagenkäufe notwendig werden.

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