Mülheim (Ruhr): "Gemeinsam sind wir stark"

Seit 1. Januar 2008 arbeiten Essen, Mülheim und Duisburg in der rrp (Rhein-Ruhr-Partner Verkehr) zusammen. Text: Michael Kochems

Seit vielen Jahren hat sich das Straßen- und Stadtbahnnetz der Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG) nicht groß verändert. Neben vier meterspurigen Straßenbahnlinien betreibt die MVG gemeinsam mit Essen eine normalspurige Stadtbahnlinie bei einer Strecken­länge von rund 33 Kilometern. Zwar fehlten in der jüngeren Vergangenheit spektakuläre neue Vorhaben, trotzdem ist der Betrieb unter anderem durch seinen abwechslungsreichen Wagenpark sehr interessant.

Kooperationen stärken das Geschäft

Am 1. September 2002 wurde der Öffentliche Personennahverkehr rückwirkend zum 1. Januar 2002 aus den städtischen Mülheimer Betrieben ausgegliedert. Seit­dem heißt das Verkehrsunternehmen statt »Betriebe der Stadt Mülheim« offiziell »Mül­heimer Verkehrsgesellschaft mbH« (MVG). Dieser Schritt wurde unter­nom­men, um bei künftigen Ausschreibungen von ÖPNV-Leistungen flexibler reagieren zu können, und um auf die damals schon anvisierte gemeinsame Betriebsgesellschaft mit den Nachbarbetrieben aus Essen und Oberhausen vorbereitet zu sein. Am 7. Januar 2004 nahm dann das Gemeinschaftsunternehmen »meoline« der Verkehrsunternehmen aus Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen den Betrieb auf. Mit einem aus den drei Gesellschaften gebildeten Mitarbeiterpool erbrachte es in den drei Städten den Fahrbetrieb. Sitz des Unternehmens wurde Mülheim. Die Geschäftsführung wurde in Räumen auf dem Betriebshof der MVG angesiedelt. Die MVG hielten zunächst einen Anteil von 18 Prozent an dem Unternehmen, die sich 2005 nach Umstellung der Oberhausener STOAG zu einem stillen Gesellschafter auf 23 Prozent erhöhte.

Seit 1. Januar 2008 gibt es eine gemeinsame Unternehmensleitung der MVG mit der Duisburger DVG und der Essener EVAG. Die 2007 beschlossene enge Zusammenarbeit läuft unter der Bezeichnung »rrp« (»Rhein-Ruhr-Partner Verkehr«). Ziele des gemeinsamen Vorgehens sind unter an­de­rem Kosteneinsparungen, sowie Verbesserungen für die Fahrgäste durch verbesserte Anschlüsse über die Stadtgrenzen hinweg und eine abgestimmte Angebotsplanung. Das will man durch eine Zusammenlegung des Fahrbetriebs bis 2010 in eine gemeinsame Verkehrsgesellschaft und eine Integration der Infrastruktur erreichen. Das gesamte Vorhaben basiert unter anderem auf dem Anfang 2007 gestarteten Projekt »KOMED« (»Kooperation Mül­heim–Essen–Duisburg«), das Mitte Sep­tember 2007 der Öffentlichkeit vorgestellt worden war.

Modernisierung des ­Bestandsnetzes

Ungeachtet der Kooperationen wurde in den letzten Jahren in das Bestandsnetz investiert. 2001 wurde die bisherige Endhal­testelle Möllhofstraße der Linie 102 um­gebaut, verlegt und in »Oberdümpten« um­benannt. Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Juni 2004 startete ein neues Nacht-Netz. Seitdem stellen gegen 23 Uhr die Tageslinien ihren Verkehr ein und werden fast alle durch spezielle Nachtbuslinien ersetzt. Einzig die Linie 112 wurde auch im Nachtnetz weiterhin auf der Schiene bedient. Im Jahr darauf erhielt sie die neue Linien­be­zeich­nung »NE 12« und verkehrte seitdem bis zur Haltestelle »OLGA-Park« im benachbarten Oberhausen.  Zum gleichen Termin wurde der Verkehr auf dem Essener Abschnitt der Linie 104 ausgedünnt. Seitdem endete jede zweite Fahrt in der Wendeanlage Grenze Borbeck, so dass sich im Mülheimer Abschnitt an der Taktdichte nichts änderte. Diese Einschrän­kung bedeutete jedoch, dass die einstige Gemeinschaftslinie 104 zwischen Essen und Mülheim weiter an Bedeutung verlor. Bis 1999 fuhr die Bahn über den heutigen Endpunkt Abzweig Aktienstraße hinaus sogar bis ins Essener Zentrum. Am 8. Juli 2004 beschloss der Rat der Stadt die Umsetzung des Projektes »Ruhrpromenade«. Für den Straßenbahnverkehr be­deutete das einige größere Änderungen im innerstädtischen Gleisnetz. Unter anderem sollte die so genannte »Kaufhof-Umfah­rung« verschwinden und durch eine direk­te Streckenführung durch die Friedrich-Ebert-Straße ersetzt werden.

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