Der unterirdische Straßenbahnabschnitt Berlins

Von Ende 1916 bis zum Herbst 1951 half ein ­Tunnel das Verkehrsproblem in der Stadt zu lindern. Ulrich Conrad stellt den Bau sowie die ­Nutzung des ­Bauwerkes für die Straßenbahn einschließlich seiner späteren Verwendung vor.
Berlins Prachtboulevard „Unter den Linden“ war am Ende des 19. Jahrhunderts ein beliebter Ort für staatliche und vor allem kaiserliche Repräsentationen. Doch bei feierlichen Anlässen und Militärparaden kam es dort stets zu Sperrungen mit großen Verkehrsbehinderungen.

Aus diesem Grund stand die Stadtverwaltung allen übrigen den Durchfluss auf der Straße ggf. beeinträchtigenden Aktionen ablehnend gegenüber. Außerdem sollte das Straßenbild nicht durch neue technische Einrichtungen gestört werden, weshalb bereits 1875 ein erster Antrag auf Querung durch eine Pferdebahn abgelehnt wurde.

Dennoch überstützte die Stadt Berlin ab 1887 die Große Berliner Pferde-Eisenbahn AG in ihrem Bestreben, jedoch zunächst ohne Erfolg. Bei stadtbildprägenden Veränderungen hatte der Kaiser in Berlin das letzte Wort – und der wollte keine Straßenbahn Unter den Linden.

Erst 1894 erfolgte eine Genehmigung zu einer Querung an relativ unauffälliger Stelle, wodurch noch im gleichen Jahr, am 22. September, zwischen der Straße Hinter der katholischen Kirche östlich des Opernhauses und dem Kastanienwäldchen zwischen Neuer Wache und Humboldtuniversität eine Pferdebahnstrecke in Betrieb ging.

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