Abschied in Rot-Weiß

Nach den GT6 und GT8 folgte mit dem GT8s der Übergang zum Stadtbahnwagen. Von den 69 Fahrzeugen wurden 40 tunnelgängig umgebaut und stehen heute noch im Dienst als GT8SU. Ein Text von Michael Kochems
Von 1973 bis 1975 erwarb die Rheinbahn 69 Zweirichtungsachtachser des Typs GT8S. Technisch handelte es sich um einen klassischen Düwag-Achtachser, doch optisch war er dem 1970 erstmals eingeführten »Typ Mannheim« angepasst. Die rot-weiße Lackierung zeichnete die neuen als Stadtbahnwagen aus. Vier Wagen erhielten ein Speiseabteil für den Einsatz auf den Fernlinien D und K.

Die Fahrzeuge sollten sowohl auf den Fernlinien als auch den geplanten Stadtbahnstrecken in  der Stadt verkehren. Konzeptionell waren die über Kupplung 27,45 Meter langen Triebwagen eine Weiterentwicklung des Typs Mannheim. Sie waren 2,40 Meter breit und wogen leer annähernd 35 t. Jeweils zwei Motoren von 150 kW Leistung ermöglichten eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h. Im Wageninnern fanden 51 Fahrgäste einen Sitz- und rund 174 einen Stehplatz.

Beim Düsseldorfer Publikum kamen die neuen Wagen mit ihrem modernen Aussehen und einigen technischen Neuheiten, wie z.B. einer gut verständlichen, automatischen Bandansage der Stationen, sehr gut an.

Erster Einsatzbereich war die Linie 3 nach Gerresheim. Nach erfolgreichen Testfahrten in Doppeltraktion und der Lieferung weiterer Fahrzeuge wurden auch die Fernlinien K und D durchgehen mit den Neubauten bestückt. Auf der Linie D konnten nach der Eröffnung der Stationen in Wittlaer mit ihrem Mittelbahnsteig nur noch GT8S eingesetzt werden, da keine anderen geeigneten Zweirichtungs-Fahrzeuge in der benötigten Anzahl zur Verfügung standen.

Im Stadtnetz liefen die GT8S in der ersten Zeit außer auf der Linie 3 auch auf den Linien 9 und 19. Außerdem wurden sie bis heute immer gerne bei baustellenbedingten Linienänderungen und temporären Stumpfendstellen verwendet.


Neue Einsatzgebiete für die Klassiker
Somit veränderten sich erneut einige Wagenumläufe. Ab 1975 wurden die bisher auf der Linie K eingesetzten Triebwagen des Typs K66 ins Stadtnetz umgesetzt, wo sie meist auf der Linie 2, gelegentlich auch auf den Linien 8 oder 12 Verwendung fanden. Bereits im Jahr zuvor hatten sie die neuen Betriebsnummern 2265 bis 2269 erhalten. Auch die drei Einrichtungs-Achtachser mit Speiseabteil Tw 2497-2499 wurden von der Linie D abgezogen und im Stadtnetz, meist auf der Linie 10, eingesetzt.

Zuvor wurden die Wagen entsprechend »abgerüstet«: Küchen- und Speiseeinrichtungen sowie der zweite Frontscheinwerfer wurden entfernt und die bisherigen roten Sitzpolster durch herkömmliche ersetzt. Eine Besonderheit der drei Wagen war ein bis 1982 bestehendes Begegnungsverbot an einigen engen Kurven im Stadtzentrum wegen des längeren Mittelteils. Als äußeres Kennzeichen hatten die Fahrzeuge dafür im Stirnbereich ein Kreuz auf weißem Grund.

Rote statt graue Zierstreifen
Ein nicht unwichtiges Merkmal der 1970er-Jahre war eine äußerliche Veränderung an den Gelenkwagen. Schrittweise erhielten ab Mitte des Jahrzehnts nun auch alle für den Stadtverkehr vorgesehenen Wagen die bisher den Fernbahnwagen vorbehaltenen roten Zierstreifen anstelle der bisherigen grauen. Auf auffällige Absetzungen im Frontbereich, wie noch bei den Wagen 2497-2499, wurde jedoch verzichtet. Vereinfacht wurden auch die anlässlich der Einführung des Einmannbetriebs einige Jahre zuvor angebrachten Beschriftungen. Rechts an der Stirnfront besaßen die Triebwagen nun nur noch ein »S« und neben den Türen jeweils die Anschriften »Kasse« (nur an der ersten Türe) bzw. »Kasse beim Fahrer«. Ein »F« unterhalb der Stirnscheibe markierte bald die Triebwagen, die bereits neu mit Sprechfunk zur Verständigung u.a.

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